Mehrheit der Generation Y lehnt Kreditkarten ab

Sie sind mit den berühmten Plastikkarten aufgewachsen. Das Leben ihrer Eltern und auch das ihrer Kinder wurde von Kreditkarten und Debit-Karten bestimmt. Doch die Generation Y in den USA übt den Rückzug, wie eine neue Umfrage von Bankrate ergab.

Eine Generation vollzieht die Abkehr von den Plastikkarten

Eines hat die Haltung der Millennials, wie die Generation Y in den USA bezeichnet wird, gemeinsam: Sie fühlen sich ohne Kreditkarten nicht mehr so sehr außer Kontrolle und merken verstärkt, wenn sie vor einem Impulskauf stehen.

Dies ist bezeichnend für eine Generation, zu deren Alltag die Plastikkarten von jeher gehört haben und die bislang oft nichts Anderes kannten, als mit solchen Karten, sei es nun Debit-Karten oder Kreditkarten mit Kreditrahmen und Teilzahlung, zu bezahlen.

Genau diese Altersgruppe der zwischen den 80igern und Anfang 2000 Geborenen wandelt sich nun, wie die Bankrate Umfrage zum Financial Security Index im August 2014 gezeigt hat. Den Angaben von Bankrate nach haben rund 63 Prozent der US-Bürger dieser Altersgruppe keine Kreditkarte mehr und meiden damit die seit langem zum Alltag der USA gehörenden Karten, um an ihrem Budget festhalten zu können und kein vermeintliches „Sicherheitsnetz“ beim Einkaufen zu haben. Eine Kreditkarte hat man schnell gezückt, wenn ein Kaufimplus kommt, doch für Menschen, die nicht mit Geld umgehen bzw. ihr Budget beim Kauf mit Karten nicht so gut planen können, ist die Abkehr von Kreditkarten ein wichtiger, neuer Weg.

Ü30 haben in der Mehrzahl Kreditkarten

Dem Trend der Generation Y, ihren Weg ohne Kreditkarten zu gehen, stehen die Bürger in den USA gegenüber, die über 30 Jahre alt sind. Hier zeigte sich bei der Bankrate-Umfrage genau das Gegenteil: Bei dieser Altersgruppe meiden nur 35 Prozent den regelmäßigen Gebrauch von Kreditkarten.

Damit geht in den USA plötzlich ein Riss durch die Generationen. Was jahrzehntelange normal war, d. h. das Nutzen von Kredit- oder Debit-Karten, wenn der Einkauf bezahlt werden muss, verändert sich nun. Besonders die Kreditkartenunternehmen wird dies vor eine große Herausforderung stellen, ist doch das Leben auf Pump in den USA regelrecht zelebriert wurden. Mehr als eine Kreditkarte war übliche. Wer mit Bargeld bezahlte, wurde immer schiefer angeschaut in den Geschäften, von Kassierern wie den anderen Kunden gleichermaßen.

Das Leben auf Pump führt in die Schuldenfalle

Kreditkarte als Schuldenfalle
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Nach wie vor sind die USA ein Land, in dem Schuldenmachen zum Alltag gehört. 70 Prozent der Wirtschaftsleistung werden dort über Pump erzeugt bzw. mit Geld, welches die Bürger und Unternehmen selbst gar nicht haben, bezahlt.

Doch die Menschen dort zahlen einen hohen Preis für dieses Leben mit Kreditkarten und Autokrediten: Das Leben auf Pump führt für viele früher oder später in die Schuldenfalle. Um die offenen Schulden dann abstottern zu können, wird die nächste Kreditkarte angeschafft, die dann wiederum einen Kreditrahmen bietet, der mit hohen Kreditzinsen bezahlt werden muss.

Die Abkehr der Millennials von Kreditkarten zeigt, dass es viele US-Bürger gibt, die diesen Weg leid sind und die nicht mehr kaufen wollen aus einem Impuls heraus, sondern weil sie etwas benötigen und ihr finanzielles Budget lieber gezielter planen möchten.

Der Ausweg aus der Misere heißt Prepaid-Kreditkarten

Für die Generation Y, die das Leben auf Pump mittels Kreditkarten ablehnt, könnte es aber einen anderen Ausweg geben. Statt sich zu verschulden über das Bezahlen mit den Plastikkarten und damit der geringen Möglichkeit, sein Budget wirklich sinnvoll planen zu können. Gibt es die Möglichkeit, sich eine Prepaid-Kreditkarte anzuschaffen.

Mit einer solchen Karte, die keine Kreditkarte im eigentlichen Sinne ist, sondern nur auf Basis des aufgeladenen Guthabens nutzbar ist, wird über die Finanzen ein besserer Überblick bewahrt. Das heißt, auf die zu nutzende Prepaid-Kreditkarte wird monatlich (oder wöchentlich, oder zu anderen gewünschten, selbstgewählten Zeiträumen) ein bestimmter Betrag aufgeladen. Dieser steht dann zur freien Verfügung für Ausgaben und kann dabei für das Bezahlen beim normalen Einkauf wie für Impulskäufe verwendet werden.

Ist die Karte leer, kann damit nicht mehr bezahlt und auch kein Geld mehr damit abgehoben werden. Dies ermöglicht den Inhabern solcher Prepaid-Kreditkarten eine deutlich bessere Planbarkeit hinsichtlich ihrer Finanzen und ihrer Ausgaben. Zudem raten Experten gerade beim Onlineshopping zum Verwenden solcher Kreditkarten mit Guthaben, um im Falle von dubiosen Händlern, bei Hackerangriffen oder durch Phishing-Mails keine richtige Kreditkarte abgeräumt zu bekommen und damit dann im schlimmsten Fall gleich Tausende von Euro oder Dollar verloren zu haben.

Kreditkarten sind praktisch – bei sorgsamem Gebrauch

Nicht jeder möchte jedoch eine Prepaid-Kreditkarte haben und setzt lieber auf richtige Kreditkarten mit entsprechendem Kreditrahmen. Wer sorgsam mit seinem Geld umgeht und sein Budget richtig plant, für den können diese Karten die bessere Option sein. Nur zu lange sollte man sich über solche Kreditkarten nicht verschulden, da die Kreditzinsen hierfür meist deutlich höher liegen als die Zinsen für Dispokredite.

Fazit

Debit-Karten als Kreditkarten sind hingegen für viele die passende Alternative zum Kreditkartenkredit oder zu einer Prepaid-Kreditkarte. Diese Art von Kreditkarten kann ganz normal zum Bezahlen oder zum Geld abheben genutzt werden, der genutzte Betrag wird dann binnen weniger Tage oder einmal im Monat vom Girokonto abgebucht. Ein tatsächlicher Kredit wird so nicht in Anspruch genommen, und dennoch hat der Karteninhaber zu einer Zeit Geld zur Verfügung, bevor beispielsweise die nächste Gehaltszahlung auf dem Girokonto eintrifft.