Mobile Payment immer sicherer – Bargeld in Deutschland nach wie vor am beliebtesten

Wie sicher sind die Systeme, die es im Bereich des Mobile Payment gibt, aktuell wirklich? Diese Frage haben sich anhand der Mobile Payment Studie 2014 das Consulting-Unternehmen Mücke, Sturm & Company und How2Pay gestellt. Das Ergebnis ist eindeutig: Die Testsieger unter den 17 bundesweiten Anbietern in Sachen Sicherheit sind Vodafone Wallet und mPass. Mit dem für die Nutzung einfachsten System konnte hingegen Veropay die Tester überzeugen.

Drei Monate Test und Bewertung der M-Payment-Systeme

Ein Vierteljahr lang wurden die 17 verschiedenen Anbieter für Lösungen zum mobilen Bezahlen genau unter die Lupe genommen. Dabei wurden die Systeme sowohl in der Praxis und damit am Point of Sale,  getestet und bewertet. Wie auch die theoretischen Methoden einem Test und einer Bewertung unterzogen wurden. Mücke, Sturm & Company hat damit nach eigenen Angaben „[…] die bisher größte Mobile Payment Studie für den deutschen Handel […]“ erstellt.

Ralf Ockenfelds, Geschäftsführer Produktentwicklung bei How2Pay über das Ergebnis der drei Monate Test und damit der Studie: „Die Ergebnisse der Studie zeichnen ein klares Bild: Für den Kunden muss der Zusatznutzen von M-Payment-Lösungen klar ersichtlich sein und der Einsatz muss einfach und reibungslos funktionieren – nur dann werden sie akzeptiert.“

Hohe Sicherheitsstandards bei der Authentifizierung

mPass App
© mPass

mPass und Vodafone Wallet konnten die Tester in Sachen Sicherheit am meisten überzeugen. Beide Anbieter setzen beim Mobile Payment auf hohe Sicherheitsstandards durch eine Authentifizierungsverfahren, das sehr gut ist. Zudem schützen beide Systeme den Nutzer auf zuverlässige Weise bei Verlust des Smartphones vor einem Datenmissbrauch.

Den 2. Platz bei der Sicherheit der Mobile Payment Studie 2014 konnte sich Veropay sichern. Den 3. Platz belegt Paypal QR Shopping.

Die benutzerfreundlichsten Mobile Payment-Systeme

Hauptlogo Veropay
© Veropay

Bei der Studie wurde im Bereich der benutzerfreundlichsten Systeme für das mobile Bezahlen Veropay zum Testsieger erklärt. Platz 2 belegt Sicherheitsstandard-Sieger Vodafone Wallet, den 3. Platz belegt CashCloud.

Dabei ging es bei der Benutzerfreundlichkeit der getesteten M-Payment-Lösungen vor allem darum, dass die Prozesse bei der Transaktion schnell ablaufen. Gerade dies dürfte auch für potentielle Nutzer ein wichtiger Knackpunkt sein. Die ganze Sicherheit wird für viele nichts wert sein, wenn dafür die Zahlungen sehr langsam ablaufen und das Bezahlen mit dem Smartphone länger dauert, als es mit Bargeld oder Kreditkarte/Bankkarte der Fall ist.

Tipp

Nur beides zusammengenommen, sowohl die hohen Sicherheitsstandards wie die einfache und schnelle Nutzung wird letztendlich beim Mobile Payment dazu führen können, dass sich solche Systeme auch in der breiten Masse und damit flächendeckend, durchsetzen können.

Probleme immer nach Markteinführung neuer Systeme

Wie die Studie ferner aufzeigt, kommt es nach der Markteinführung neuer Systeme zu großen Problemen. So treten lange Wartezeiten auf oder aber die Verbindungen zur Übertragung der Zahlungsdaten und Transaktionsnummern sind zu schwach und/oder zu instabil. Dazu sind die Mitarbeiter im Handel oft nicht genügend geschult, um mit der jeweiligen neuen Methode arbeiten zu können.

Surftipp: Rund ums Mobile Payment und Mobile Payment-Anbieter

Martin Meinert, Project Manager bei Mücke, Sturm & Company, dazu: „Die schlechten Erfahrungen des Kunden am Point Of Sale führen zu einer Ablehnung der mobilen Bezahlverfahren und erschweren so die Marktdurchdringung von Mobile Payment.“

Heißt die Zukunft des Zahlungsverkehrs in Deutschland doch weiterhin Bargeld?

Mobile Payment ist weltweit auf dem Vormarsch. Nur die deutschen Bundesbürger bleiben ihrem liebsten Zahlungsmittel treu: Dem Bargeld. Zur zukünftigen Bargeldversorgung in Deutschland aus Sicht der Bundesbank hat deren Vorstandsmitglied Carl-Ludwig Thiele zum 25-jährigen Jubiläum der BDGW (Bundesvereinigung Deutscher Geld- und Wertdienste) einen Vortrag gehalten. Thiele ist sich sicher: „Bargeld wird bis auf weiteres das meistgenutzte Zahlungsmittel am Point of Sale (Verkaufsstelle) sein.“

Bargeld das meistgenutzte Zahlungsmittel

Info

Wie die Berechnungen der Deutschen Bundesbank im Jahr 2011 ergaben, nutzten die Bundesbürger bei mehr als 80 Prozent aller Zahlungstransaktionen Bargeld. Dies war vor allem dann der Fall, wenn nur kleine Beträge bezahlt werden sollen. Wertmäßig hingegen lag das genutzte Bargeld nur auf 53 Prozent und damit um einiges niedriger.

2015 will die Bundesbank neuere Zahlen zum Zahlungsverkehr und Zahlungsverhalten in Deutschland veröffentlichen. Carl-Ludwig Thiele machte aber in Frankfurt deutlich: „Trotz des ausgerufenen ‚War on Cash‘ (Krieg dem Bargeld) und dem Ruf Einzelner nach einer ausschließlich bargeldlosen Währung bin ich mir absolut sicher, dass Bargeld weiter eine Zukunft hat.“

Bundesbürger zwischen Bargeld und Mobile Payment

In anderen Ländern wie Schweden und Finnland, verliert das Bargeld im Zahlungsverkehr zunehmend an Bedeutung. Das mobile Bezahlen ist dort längst im Alltag angekommen. In einigen schwedischen Bankfilialen gibt es mittlerweile nicht einmal mehr Bargeld. Doch Deutschland ist noch weit davon entfernt, zu einem Land des Mobile Payment zu werden.

Surftipp: M-Payment im B2B Bereich

Noch sind die Ressentiments hierzulande groß, wenn es um das kontaktlose und bargeldlose Bezahlen per Smartphone und mit anderen Mobilgeräten geht. Während in den USA im Oktober dieses Jahres ApplePay, die digitale Geldbörse des Technologieunternehmens Apple, an den Start gegangen ist, sieht es in Deutschland immer noch recht düster aus in Sachen Nutzung solcher Mobile Payment-Systeme. An der breiten Masse sind die Lösungen zum M-Payment bisher vorbeigegangen. Ob sich dies eines Tages ändern wird?

Mobile Payment-Experten antworten 

Während der M-Days in Frankfurt im Jahr 2012 sahen die Prognosen der Experten zum Mobile Payment und dessen Etablierung und Akzeptanz noch wie folgt aus …