Maestro oder V-PAY – Was ist der Unterschied?

Die bevorzugteste Debitkarte der Deutschen ist die girocard. Die Ausstattung der von den deutschen Kreditinstituten herausgegebenen girocards ist im Grunde identisch, Unterschiede gibt es lediglich bei dem Branding für den internationalen Einsatz. Es gibt zwei Zahlungssysteme: Maestro und V-PAY.

Wie unterscheiden sich Maestro und V-PAY?

Maestro bietet finanzielle Flexibilität auch außerhalb Europas

© MasterCard
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Die zwei Debitkarten-Systeme für den grenzüberschreitenden Einsatz der Girocard unterscheiden sich vor allem in der Akzeptanz. Da Maestro zu MasterCard Worldwide gehört, stehen Karteninhabern weltweit rund 15 Millionen Akzeptanzstellen zur Verfügung. Das bedeutet, dass die Girocard auch über die europäischen Grenzen hinaus zum Einsatz kommen kann.

Die Akzeptanz von V PAY, dem Bezahlsystem von Visa Europa, beschränkt sich wiederum nur auf europäische Länder sowie Teile der Türkei und Israel. Hier stehen circa 9,2 Millionen Akzeptanzstellen und 230.000 Geldautomaten zur Verfügung.

V PAY bietet höchsten Sicherheitsstandard für Debitkarten

© VISA Europe
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Bei der Sicherheitsausstattung beider Debit-Zahlsysteme gibt es einen Unterschiede: Maestro und V PAY Girokarten sind mit dem EMV-Chip (EMV = Europay MasterCard Visa) ausgestattet. Das heißt beide Zahlsysteme basieren auf dem Chip-PIN-Verfahren. Dieser einheitliche technische Standard gewährleistet einen hohen Schutz vor »Skimming«, also dem Ausspähen von den Kartendaten. Bei jeder Zahlung ist die persönliche PIN im Terminal einzutippen, ebenso am Geldautomaten.

Aber: Als Hybrid-Lösung bietet die Maestro-Karte neben dem EMV-Chip auch einen Magnetstreifen, über diesen ebenfalls die zur Abwicklung und Autorisation von Zahlungen notwendigen Angaben abgerufen werden können. In diesem Fall muss der Kassenbeleg unterschrieben werden. Mit dieser Bezahlweise wird allerdings die Missbrauchsgefahr erhöht, da über den Magnetstreifen sensible Kartendaten ausgelesen werden können. Gleichzeitig bringt der Magnetstreifen allerdings den Vorteil, dass die Karte auch in Ländern außerhalb Europas eingesetzt werden kann.

Surftipp: Lesen Sie hier mehr zu Debitkarten und deren Besonderheiten

Gibt es Einschränkungen auf Reisen?

In der Regel setzten Banken Sicherheitsgründen ein Verfügungslimit für den Karteneinsatz im Ausland. Damit Urlauber auf ihrer Reise auch auf ausreichend Liquidität zurückgreifen können, empfiehlt es sich vor Antritt des Urlaubs bei der Bank nachzuhaken:

  • Wird die girocard im Reiseland als Zahlungsmittel akzeptiert?
  • Gibt es eine Verfügungsgrenze für den Karteneinsatz im Ausland?

Um auf Nummer sicher zu gehen, ist es ratsam mehrere Zahlungsmittel im Portemonnaie zu haben. Unser Kreditkarten-Vergleich zeigt, welche Angebote auch im Ausland kostengünstig zum Einsatz kommen

Über 100 Kreditkarten im Vergleich

Maestro und V-Pay im direkten Vergleich

Um einen besseren Überblick zu erhalten, fassen wir die Fakten zu beiden Debit-Zahlsystemen nochmals zusammen:

 

Maestro

V-Pay

 Gehört zu

MasterCard Worldwide Visa Europe

 Eingeführt

1992 2007

Akzeptanzstellen

15 Millionen

9,2 Millionen

Geldautomaten

1 Millionen (Maestro- oder Cirrus-Logo)

230.000 (V PAY Akzeptanzlogo)

Bezahlverfahren

EMV-Chip/PIN oder
Magnetstreifen/Unterschrift (ELV)

alle Zahlungen über EMV-Chip + PIN

 Sicherheit

Chip/PIN
MasterCard Securecode

 Chip/PIN

Einsatzgebiet

weltweit

Europa, teilw. Türkei, Israel

Kontaktlos bezahlen (NFC)

PayPass

PayWave

Stand: 07/2016

Fazit

Im Großen und Ganzen unterscheiden sich die beiden Bezahlsysteme nur hinsichtlich der Akzeptanz. Während mit der V PAY Girokarte nur innerhalb Europas agiert werden kann, gewährleistet die Maestro Girokarte weltweite Liquidität. Dieser Vorteil könnte aber zum sicherheitstechnischen Nachteil werden. Denn wenn die Daten vom Magnetstreifen und nicht vom kopiergeschützten EMV-Chip abgerufen werden, besteht ein erhöhtes Skimming-Risiko. Zudem werden beim Einsatz im Ausland oftmals sehr hohe Gebühren fällig.

Es empfiehlt sich daher, vor allem bei Reisen außerhalb Europas zusätzlich auf Visa, MasterCard & Co. zu setzen. Dank weltweiter Akzeptanz sowie kalkulierbarer Kosten ist eine Kreditkarte der ideale Begleiter.

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