Kreditkartenbetrug

Kreditkartenbetrug ist nach wie vor eine der häufigsten Straftaten. Zwar ist die Zahl der Vergehen nach Angaben der Polizei von 2008 bis 2009 gesunken, allerdings muss auch festgestellt werden, dass sich der Schwerpunkt der Delikte mehr und mehr vom klassischen Missbrauch (z. B. Diebstahl) auf das Internet (z. B. Phishing) verlagert. Zwar werden Kreditinstitute und Medien nicht müde, die Besitzer von Kreditkarten auf besondere Gefahrensituationen und wirkungsvolle Prävention hinzuweisen, aber die immer neuen Methoden der Betrüger machen gerade hier eine Vorbeugung besonders schwierig.

Kreditkartenbetrug in Zahlen

Beim Kreditkartenbetrug spricht der Gesetzgeber von „Betrugsfällen mittels rechtswidrig erlangter unbarer Zahlungsmittel“. Dabei sind die Betrüger nur selten Einzeltäter oder Einmal-Betrüger. In den meisten Fällen handelt es sich nach Erkenntnissen der Polizei um ganze Gruppen oder Banden aus dem osteuropäischen, asiatischen oder schwarzafrikanischen Raum. Daher spricht man hier auch von der sogenannten „importierten Kriminalität“. Auf Delikte mit Kreditkarten sind dabei im Jahre 2008 noch 9.271 Fälle entfallen, 2009 lag die Zahl bei 7.940 Straftaten. Dennoch gehen die dadurch verursachten Schäden in die Millionen. Und die Bedeutung des elektronischen Missbrauchs wird deutlich, wenn man bedenkt, dass beispielsweise im August 2010 im Internet die Daten von mehr als 800 Kreditkarten ausgespäht wurden.

Methoden der Betrüger

Die Arbeitsweise der Betrüger ist noch relativ gut nachvollziehbar, wenn es sich um reale Betrügereien mit physischen Kreditkarten handelt. Neben dem Diebstahl der Karte sind auch manipulierte Lesegeräte oder Geldautomaten eine häufige Schwachstelle. Immer wieder warnt die Polizei vor falschen Tastaturen, versteckten Mini-Kameras oder präparierten Kartenschlitzen an Automaten. Noch raffinierter gehen Händler vor, die mit sogenannten POS-Geräten arbeiten. Diese Geräte kosten rund 1.000,-€ und sind von herkömmlichen Zahlungsgeräten nicht zu unterscheiden. Allerdings werden beim Bezahlen alle relevanten Daten des Magnetstreifens erfasst und gespeichert. Mit einer damit gefertigten Kopie einer Kreditkarte können die Betrüger dann die Konten ihrer Opfer leer räumen.

Noch bösartiger sind die Fallstricke, die im Netz auf Besitzer von Kreditkarten lauern. Hier kann nicht nur der Besitzer leicht aufs Glatteis geführt werden, oftmals gelangen Betrüger sogar ohne sein zutun an sensible Daten. Gefälschte E-Mails von Banken oder Sparkassen (natürlich mit der Bitte um Bestätigung der PIN und anderer Angaben) sind da schon beinahe wieder veraltet. Weit verbreitet sind auch Online-Shops, die ihre Markenartikel und Originalwaren zu extrem günstigen Preisen ins Netz stellen. Wer dort einkauft, muss seine Daten preisgeben; was die Post dann aber bringt, ist nicht die Ware, sondern einen Brief der Hausbank über ein leeres Konto. Und dann ist da noch die wohl hinterlistigste aller Möglichkeiten, nämlich der Datenklau von der PC-Festplatte. Trojaner, Würmer und anderes virtuelles Ungeziefer erledigen ihren Job beinahe unbemerkt und das leider viel zu oft mit Erfolg.

Vorbeugung

Natürlich kann es jeden Besitzer einer Kreditkarte treffen, aber mit einigen einfachen Vorkehrungen und der Einhaltung einiger wichtiger Sicherheitsregeln beim Umgang mit Kreditkarten kann das Risiko des Kreditkartenmissbrauchs zumindest minimiert werden. So sollte man beim Bezahlen das Lesegerät genau überprüfen, insbesondere in unbekannten Geschäften oder Shops (z. B. Tankstelle im Urlaub). Außerdem sollte man die Karte niemals aus der Hand geben und wenn doch, dann zumindest niemals aus den Augen lassen (z. B. Restaurant).

Wer seine Karte auch im Internet verwendet, unterliegt besonderer Gefährdung. Hier sollte bei der Übermittlung persönlicher Daten (z. B. Anmeldung Kundenkonto) und erst recht beim Bezahlen auf eine 128-Bit-Verschlüsselung (oder höher) geachtet werden. Erkennbar sind solche Verschlüsselungen daran, dass die Seitenbezeichnung in der Adresszeile des Browsers mit „https“ beginnt. Außerdem sollten unbekannte Mails nicht geöffnet werden, insbesondere, wenn sie einen Anhang enthalten. Und natürlich ist auch ein ständig aktuelles Anti-Viren-Programm ein Muss für jeden Online-Banker oder Internet-Shopper. Zusätzlich sollten die Karte regelmäßig überprüft werden und auch für das Durchsehen der Kontoauszüge bleiben nur 30 Tage, um Unregelmäßigkeiten zu reklamieren.

Im Fall der Fälle

Wenn trotz aller Vorsichtsmaßnahmen dennoch ein Betrug passiert ist, gilt es, den Schaden zu begrenzen. Die Kreditkarte sollte schnellstmöglich gesperrt werden. Für die Kreditkartensperrung haben die Kartenanbieter unterschiedliche Rufnummern eingerichtet.

Für MasterCard ist es die 0800 819 1040, Visa-Kunden wählen die 0800 811 8440, für American Express gilt die 069 97 97 1000 und Diners Club kann über die 01805 07 07 04 gesperrt werden (alternativ kann auch die seit 2005 weltweit gültige kostenfreie Sperr-Notrufnummer 116 116 gewählt werden). Der zweite Anruf gilt dem Kreditinstitut, um den Verlust zu melden und wenn es sich definitiv um eine Straftat handelt, muss natürlich auch die Polizei zwecks einer Anzeige kontaktiert werden.

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