Bundesbank-Studie zum Zahlungsverhalten in Deutschland 2014

Zum dritten Mal hat die Deutsche Bundesbank heuer eine Studie zum Zahlungsverhalten in Deutschland erstellt. Für 2014 ergab sich in der aktuellen Studie vor allem ein wichtiger Punkt: Nach wie vor ist das Bargeld bei den Bundesbürgern das beliebteste Zahlungsmittel, wenn es um das Einkaufen im örtlichen Handel und um das Bezahlen von Dienstleistungen geht.

Bargeld am beliebtesten beim Zahlungsverhalten

Nach wie vor ist das Bargeld des Bundesbürgers liebstes Zahlungsmittel. Was andere Studien bereits deutlich machten, zeigt auch die aktuelle Bundesbank-Studie wieder: Die Deutschen bezahlen nach wie vor am liebsten mit Bargeld. Das Bezahlen mit Papiergeld und Münzen für alles, was an Kosten für Waren und Dienstleistungen anfällt und keine wiederkehrenden Zahlungen wie beispielsweise Mietzahlungen, fällt dem Bundesbürger damit immer noch am leichtesten.

Anteil der Bargeldzahlungen bezogen auf Umsatz konstant geblieben

Bezogen auf den Umsatz ist der Anteil der Zahlungen mit Bargeld im vergangenen Jahr mit 53 Prozent auf einem konstanten Niveau geblieben. Damit spielt Papiergeld und Münzen weiter die größte Rolle beim Zahlungsverkehr, wenn es um die Umsätze für Waren und Dienstleistungen geht. Zugleich wird das Niveau aus dem Jahr 2011 weiter konstant gehalten.

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Aber: Zahl der Transaktionen mit Bargeldanteil gefallen

Gefallen hingegen ist der Anteil von Bargeld an der Zahlung der Transaktionen. Während diese im Jahr 2011 noch bei 82 Prozent lagen, gab es in 2014 einen Rückgang auf nur noch 79 Prozent.

Damit ist der Bargeldanteil im Bezug auf den Umsatz gleich geblieben. Bei den Transaktionen selbst kam es jedoch zu einem Rückgang. Was dafür spricht, dass die Bundesbürger immer mehr Karten einsetzen, denn mit Bargeld zahlen.

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Bevorzugt: Der Griff der Kunden zur girocard

Immer beliebter in Deutschland ist die gircocard. Die früher als EC-Karte bezeichnete Karte wird bevorzugt von den Bundesbürgern genutzt. Laut der Studie der Bundesbank zum Zahlungsverhalten in 2014 wurden inzwischen fast 30 Prozent der Umsätze mit der girocard bezahlt. Vor drei Jahren in 2011, lag dieser Anteil mit rund 28 Prozent noch etwas niedriger. Damit ist ein kontinuierlicher Anstieg des Anteil der girocard-Zahlungen bei den Transaktionen zu verzeichnen.

Bundesbank-Vorstand Carl-Ludwig Thiele dazu: „Setzt sich dieser Trend fort, ist mittelfristig mit einer langsamen, aber kontinuierlichen Substitution von Bargeld durch unbare Zahlungsinstrumente zu rechnen.“ Thiele weiter: „Die Deutsche Bundesbank ist neutral und beeinflusst niemanden bei der Wahl der Bezahlform. Verbraucher und Händler entscheiden letztlich selbst, welche Zahlungsinstrumente sie nutzen und anbieten wollen.“

Durchschnittlich 103 Euro an Bargeld im Geldbeutel

Der Bestand an Bargeld ist gegenüber der ersten Studie der Bundesbank zu den Zahlungsgewohnheiten der Bundesbürger gleich geblieben. Nach wie vor tragen Privatpersonen in Deutschland einen Bargeldanteil von 103 Euro im Geldbeutel mit sich herum bei zugleich ansteigendem Kartenbesitz. Durchschnittlich sind davon 5,73 Euro in Münzen im Portemonnaie der Bundesbürger zu finden.

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Kartenanteil mit steigender Tendenz

Die Tendenz zu Karten zum Bezahlen von Waren und Dienstleistungen ist gestiegen in Deutschland. Noch im Jahr 2011 gaben 94 Prozent der für die Bundesbank-Studie Befragten an, mindestens eine girocard zu besitzen. Im Jahr 2014 ergab sich ein um drei Prozent gestiegener Anteil auf 97 Prozent.

Trend geht zu mehreren Kreditkarten

Während der Anteil der Kreditkarten mit 32 Prozent immer noch überschaubar und hier nach wie vor eine eher weniger starke Verbreitung vorhanden ist, zeigt sich bei Kreditkarten vor allem eines: Kreditkartenbesitzer haben oft mehr als eine Kreditkarte. Der Trend geht hier klar zu mehreren Karten pro Bundesbürger.

Damit zeigt sich, dass viele Deutsche immer noch wenig affin sind in Sachen Kreditkarten. Die Bürger jedoch, welche mittlerweile auf Kreditkarten setzen, haben die Vorteile dieser Karten längst erkannt und suchen sich entsprechend gerne verschiedene Kreditkarten, die ihnen ganz unterschiedliche Vorteile und Möglichkeiten bieten.

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Bekanntheit von Mobile Payment und kontaktlosen Bezahlverfahren wächst

Noch nicht durchgesetzt haben sich die Bezahlverfahren im Mobile Payment und dem kontaktlosen Bezahlen. Zwar steigt die Bekanntheit dieser Möglichkeiten, dennoch hinkt das mobile Bezahlen hinterher. Die Bundesbank sieht hier die gleiche Problematik wie auch wir sie sehen: Die mangelnde Akzeptanz bei den Händlern wie zugleich bei Verbrauchern, um überhaupt solche Zahlungen vornehmen zu können.

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Kontaktlose Zahlungskarten und Möglichkeiten der mobilen Bezahlverfahren sind damit in Deutschland bei den Bundesbürgern bislang weniger verbreitet als es tatsächlich bereits möglich wäre. Hier ist nach wie vor wichtig, weiter für das Mobile Payment zu werben, seitens der Anbieter und seitens der Händler und diese Zahlungsmittel ihren Kunden auch schmackhaft zu machen. Letztlich sinkt dadurch der aufwändige Anteil an Bargeld im Einzelhandel, der für die Händler mittlerweile immer teurer geworden ist in Sachen Logistik zum Herbeischaffen und Wegschaffen des Papiergelds und der Münzen in Richtung Bank.

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Die Bundesbank schreibt zur Haltung der Bundesbürger in Sachen Mobile Payment: „Ausschlaggebende Faktoren bei der Entscheidung für oder gegen die Nutzung innovativer Bezahlverfahren sind aus Verbrauchersicht vor allem die gefühlte Sicherheit und der erwartete Zusatznutzen gegenüber klassischen bargeldlosen Zahlungsinstrumenten und gegenüber Bargeld.“

Bevölkerung zu festgelegt bei der Wahl der Zahlungsmittel?

MasterCard und Bargeld
© Franke-Media

Nach Angaben der Bundesbank ergab die Studie zum Zahlungsverhalten im vergangenen Jahr, dass die Hälfte der Bundesbürger festgelegt ist bei der Wahl der Zahlungsinstrumente. So bezahlen 33 Prozent und damit ein Drittel der Befragten immer in bar. 17 Prozent der Befragten bezahlen, wo immer es möglich ist, unbar.

Damit sind die bundesdeutschen Verbraucher sehr festgelegt in ihrer Art und Weise des Bezahlens. Laut Bundesbank kann diese Vorfestlegung die Folge haben, dass es zu einer langsameren Durchsetzung von Innovationen im Zahlungsverkehr kommt.

Wandel der Zahlungsgewohnheiten erst durch die nachfolgenden Generationen

Die Bundesbank erwartet durch die starke Festlegung der Verbraucher in Deutschland keine kurzfristigen Änderungen im Zahlungsverhalten. Aber0: von den nachfolgenden Generationen, welche an das Internet und das Smartphone gewöhnt sind, könnte nach Ansicht der deutschen Notenbank ein Wandel in Sachen Zahlungsgewohnheiten ausgehen. Vor allem die Befragten im Alter zwischen 18 und 24 Jahren zeigten sich bei der Bundesbank-Studie sehr offen für die  Bezahlverfahren, welche innovativ sind.

Info

Weiter an Bedeutung gewinnen hingegen spezialisierte Internetbezahlverfahren, da der Onlinehandel immer stärkere Auswirkungen auf das Zahlungsverhalten der Bundesbürger hat. Inzwischen gehört das Internet zu einem der fünf wichtigsten Einkaufsorte, die im Rahmen der Studie untersucht wurden. Die Nutzung von Zahlungsinstrumenten, welche bargeldlos sind, nimmt damit weiter zu.

Für die Studie der Bundesbank zum Zahlungsverhalten der Bundesbank hat das  Marktforschungsinstitut MARPLAN von Mai bis Juli 2014 mehr als 2.000 Personen zu ihren Gewohnheiten beim Bezahlen befragt. Daneben haben die für die Studie befragten Personen ein Zahlungstagebuch geführt, das über eine Woche ging und in dem die Studienteilnehmer ihre Ausgaben einzutragen hatten. Nicht enthalten in diesen Aufzeichnungen sind Zahlungen, die regelmäßig durchgeführt werden wie

  • Miete,
  • Versicherungen oder
  • das Bezahlen von Telefonrechnungen,

die meist entweder überwiesen oder per Lastschrift beglichen werden und damit sowieso auf unbarem Weg bezahlt werden.