Subprime-Kredite über Kreditkarten wieder auf dem Vormarsch

Die Immobilienblase in den USA platzte, weil zu viele Verbraucher ihre Subprime-Kredite, mit denen sie Häuser gekauft hatten, nicht mehr zurückzahlen konnten. Die Immobilienkrise breitete sich über die ganze Welt aus, wurde zu einer Finanzkrise – deren Folgen heute immer noch in Europa zu spüren sind. Subprime-Kredite zu vergeben, war deshalb in den vergangenen Jahren ein eher schwieriges Thema.

Diese Kredite an Geringverdiener und Menschen, die im Kredit-Bericht einen schlechteren Score haben als Verbraucher auf dem Prime-Markt, werden nicht von allen Banken angeboten und von Experten nach wie vor nicht gut geheißen. Nachdem sich in den letzten Monaten zeigte, dass wieder mehr Subprime-Kredite in den USA vergeben werden, sind diese nun auch über Kreditkarten wieder auf dem Vormarsch.

Kartenherausgeber verleihen wieder gerne Geld

Wie der US-Nachrichtensender CNBC auf seiner Internetseite berichtet, boomt die Kreditvergabe über Kreditkarten an so genannte Subprimes wieder. Dabei sind es nicht einmal immer die Banken, welche diese Subprime-Kredite vergeben, immer mehr Finanzdienstleister in den USA haben sich aufgemacht, solche Kredite zu vergeben.

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Für die ersten sieben Monate dieses Jahres sprang das Limit für Kredite über Kreditkarten für diese Personengruppe auf 12,7 Milliarden Dollar an. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum bedeutete dies einen Anstieg von vier Prozent und erreichte damit zugleich ein Sechs-Jahres-Hoch. Bei den Kartenlimits von Einzelhändlern stieg der Prozentsatz sogar zweistellig um 16 Prozent auf 6,8 Milliarden Dollar. Dies stellte ein Acht-Jahres-Hoch dar.

Schlechter Score = hohe Kreditzinsen

Für die Kartenherausgeber bedeutet dies ein großes und finanziell gutes Geschäft. Die Zinsen, die für Subprime-Kredite verlangt werden können – egal ob

  • Autokredit,
  • herkömmlicher Ratenkredit,
  • Immobilienkredit oder
  • Kredit über eine Kreditkarte

sind immens.

20 Prozent p.a. und mehr sind da keine Seltenheit, was viele Kreditnehmer dann nur zu gerne übersehen, ist ein solcher Kreditkarten-Kredit doch eine praktische Sache. Ist ein Kreditrahmen auf einer Karte erst einmal eingerichtet, kann dieser wie ein Dispokredit genutzt werden. Mittels Teilzahlung können die genutzten Beträge dann zurückgezahlt werden. Auf den ersten Blick ist daran nichts Schlechtes, die horrenden Zinsen machen solche Revolving-Kreditkarten jedoch zu einer teuren Sache für ihre Besitzer.

Prime-Markt abgegrast – Subprime-Kredite werden wieder salonfähig

Der so genannte Prime-Markt in Sachen Kredite ist abgegrast in den USA. Die Banken und Finanzdienstleister suchen nun neue Möglichkeiten, ihre Kredite zu vergeben um Geld verdienen zu können. Die Subprime-Kredite sind deshalb wieder zum Alltag geworden, was vielen Experten ein Dorn im Auge ist, weil es geradewegs in eine neue Krise führen könnte.

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Die Kreditgeber rechtfertigen dies gerne damit, dass viele Bürger aufgrund der Immobilienkrise und der darauf folgenden großen Rezession einen schlechten Scorewert durch negative Einträge in ihrem Kredit-Bericht haben. Deshalb seien diese Kreditnehmer nicht zugleich auch schlechte Rückzahler und hätten hinsichtlich ihrer Einkommensverhältnisse eine schlechte Bonität. Doch dies ist möglicherweise nur eine Seite der Wahrheit, schließlich geht es nicht nur um die Aufnahme solcher Kredite selbst, sondern zugleich um die hohen Zinsen, welche den Kreditnehmern früher oder später den finanziellen Hahn abdrehen werden.

Revolving-Kreditkarten könnten damit, vergeben an Verbraucher mit einem schlechten Scorewert, irgendwann wieder zu einem Problem werden in den USA. Zwar sieht es derzeit gut aus mit der Konjunktur des Landes aber die Verwerfungen geopolitischer und wirtschaftlicher Natur in anderen Teilen der Welt könnten durchaus über den großen Teich schwappen und die Vereinigten Staaten belasten.

Info

Anmerkung zur Finanzkrise ab 2007

Seit 2007 spricht man von einer Bankenkrise, Finanzkrise oder auch Wirtschaftskrise. Ihren Beginn fand sie mit der US-Immobilienkrise (auch Subprimekrise) im Früjahr 2007. Die Krise zeichnete die Konsequenzen ab, die sich aus einem spekulativ aufgeblähten Wirtschaftswachstums und einer Immobilienblase in den USA entwickelten. Die globalen Konsequenzen zeigten sich vorerst in Verlusten und Insolvenzen bei Finanzunternehmen. Ihren vorläufigen Höhepunkt erreichte sie im Zusammenbruch der US-amerikanischen Großbank Lehman Brothers im September 2008. Das folgende Video beschreibt in 44 Minuten, wie die Finanzkrise noch heute ihre Auswirkungen zeigt.

Fast zehn Millionen Kreditkarten an Subprime-Verbraucher

Von Januar bis Juli dieses Jahres haben die Banken und Finanzdienstleister insgesamt 9,8 Millionen Kreditkarten an Subprime-Verbraucher ausgegeben. Damit wurde ein Sechs-Jahres-Hoch erreicht. Gegenüber dem Vergleichszeitraum im Vorjahr bedeutete dies einen Anstieg von 43 Prozent. Eine drastische Zahl, die zeigt, wie sehr sich die Kartenherausgeber nach diesem Klientel von Verbrauchern ausstrecken, um Geld mit diesen teuren Krediten über Kreditkarten zu verdienen.

Weitere 7,8 Millionen Karten wurden in den USA von Einzelhändlern ausgegeben, wodurch ein Acht-Jahres-Hoch erreicht wurde und ein Anstieg um 13 Prozent gegenüber den Monaten Januar bis Juli des vergangenen Jahres. Damit boomt die Vergabe von Kreditkarten an Subprime-Kreditnehmer.

Info

Zudem berichtet CNBC davon, dass nicht nur die Zahl der ausgegebenen Kreditkarten an diesen Personenkreis gestiegen ist, sondern es zugleich zu einem Anstieg bei den Kreditlimits kam, was die weiter oben bereits genannten 12,7 Milliarden Dollar bei den Kartenherausgebern bzw. 6,8 Milliarden Dollar bei den Einzelhändlern ergab.

Boomendes Geschäft dank billiger Kredite für Banken

Das Geschäft mit den Subprime-Krediten in den verschiedenen Bereichen boomt wieder in den USA. Zwei Gründe sind es, welche diesen erneuten Boom antreiben.

Der erste:

  • Die Banken und Finanzdienstleister können nach wie vor billige Kredite bei der Federal Reserve, der US-Notenbank, aufnehmen.

Der zweite:

  • Die Banken suchen nach Einkommensmöglichkeiten und mit solchen Krediten an Subprime-Verbraucher lässt sich, vorausgesetzt die Kreditnehmer zahlen das geliehene Geld nebst Zinsen zurück, eine Menge verdienen.

Die große Rezession ist vorüber in den Vereinigten Staaten, jetzt geht es wieder nur noch um das knallharte Geschäft. Banken, Finanzdienstleister und Einzelhändler scheinen die Zeit vergessen zu haben, in der es Subprime-Kredite waren, welche das Land an den wirtschaftlichen Abgrund geführt haben. Inzwischen ist es wieder normal, solche Kredite zu vergeben und bereits jetzt zeigt sich, dass es vor allem im Bereich der Autokredite früher oder später zu einer platzenden Blase kommen könnte.

Platzt eines Tages wieder eine Blase?

Die Banken haben wieder lockerere Normen für die Vergabe von Krediten, auf dem Prime-Markt lässt sich für Kreditgeber kaum mehr etwas verdienen. Der Markt für Subprime-Kredite aber wurde neu entdeckt. Die Kredithöhen sind immens, die Zinsen für solche Kredite gleichermaßen hoch, ganz egal für welche Art von Kredit an Subprime-Verbraucher.

All das klingt nur so danach, als würde die Nummer eines Tages wieder in die Luft gehen. Ob es dabei zu einem Platzen der Blase bei der Autokrediten oder den Kreditkarten kommen wird oder gar beidem, kann derzeit kaum vorausgesagt werden. Vielleicht schlittern beide Bereiche doch an einem Fiasko vorbei. Doch sollte die Wirtschaft in den Vereinigten Staaten aus irgendwelchen Gründen wieder kippen, dürfte schnell wieder ein solcher Punkt erreicht sein. Schwächelt die Konjunktur, gehen Arbeitsplätze verloren. Der Arbeitsmarkt gerät in Probleme, die Menschen haben keine Möglichkeit mehr, genügend Einkommen herbeizuschaffen. Was in der Folge zu Schwierigkeiten bei der Rückzahlung von Krediten führt.

Fazit

Nach wie vor, trotz der schweren Krise, ist es in den USA jedoch üblich, einen großen Teil des Konsums auf Pump zu finanzieren. Solange sich dieses Denken nicht ändert, werden die Vereinigten Staaten möglicherweise immer am Rande des Abgrunds spazieren gehen durch die Verinnerlichung dessen, dass man sein Leben finanziert mit Geld, das man nicht hat. Aber das man eines Tages und dies bei Subprime-Krediten mit sehr hohen Zinsen versehen, zurückzahlen muss. Was nur zu schnell vergessen wird in einer auf Konsum auf Kredit aufgezogenen Wirtschaft.