VISA und MasterCard vor Gericht wegen Patentverletzungen

Eine kleine High-Tech Firma zieht die Giganten VISA und MasterCard vor Gericht und Amercian Express tritt nach. Die Kosten durch Kreditkartenbetrug gehen in die Milliarden. Die Hälfte des Schadens wurde 2013 allein in den USA erzeugt. Lösungen werden also speziell auf dem US Markt händeringend gebraucht.

13,9 Mrd. US Dollar waren es, die sich im Jahr 2013 als Schaden durch Kreditkartenbetrug angehäuft hatten. Allein in den USA wurden laut Nilson Report von Business Insider 6,8 Mrd. US Dollar registriert. Eine mehr als beachtliche Summe.

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Der Luxus hat seine Tücken

Standard mäßig haben Kreditkarten in den USA bereits den RFID -Chip (Radio Frequency IDentification) oder die neuere Generation, den sog. NFC –Chip (Near Field Communication) implantiert. Auf den Chips sind alle relevanten Daten sicherer abgelegt als auf dem Magnetstreifen. Der praktische Vorteil ist: Sie müssen Ihre Karte nur noch in die Nähe eines entsprechenden Kartenterminals halten und autorisieren so die Bezahlung.

Aber genau hier liegt auch das Problem. Solche Chips können leicht ausgelesen werden, wie folgende Videos zeigen. Was benötigt wird, ist eine RFID/NFC-Sende-Empfangseinheit, etwas Software und schon werden Karten wortwörtlich im Vorübergehen gescannt, Karten kopiert und Konten geplündert.

Bitte machen Sie das nicht nach! Das ist strengstens verboten!

RFID

 

NFC

Bitte machen Sie das nicht nach! Das ist strengstens verboten!

 

Ein Sicherheits-Feature verpufft

Der zweite Chip auf der Kreditkarte ist schon bzw. wird in Zukunft der neue EMV-Chip sein, den die meisten rein optisch als „Geldkarte“ schon von der EC-Karte her kennen. Dieser Chip wird künftig die Daten enthalten, die bislang noch auf dem Magnetstreifen gespeichert sind. Das sind Ihr Name und Adresse, die Kartennummer, Ihr Geburtsdatum, das Kartenablaufdatum sowie die PIN. Die Daten auf dem Chip werden mit einer ausgefeilten Technologie verschlüsselt.

Leider müssen die Daten aber weitergegeben werden, wenn mit der Karte bezahlt werden soll. Sobald ein Sender permanent parat ist, wie es die Chips der NFC bzw RFID Technologie sind, kann eben auch jederzeit eine Kommunikation mit diesen Bauteilen aufgebaut werden.

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Eine Lösung steht in den Startlöchern

Die Firma SmartMetric aus Las Vegas, Nevada, hat sich etwas einfallen Lassen. Das Unternehmen ist spezialisiert auf die Minimierung von Elektronik-Teilen. Sie sind in der Lage eine Karte, wie z.B. eine Kreditkarte, mit einem Fingerabdruck-Leser und einem Energie Management zu bestücken. Dieses Sicherheits-Feature schaltet dann in weniger als einer Sekunde beide Chips der Karte frei, sowohl den EMV Chip, als auch den Chip für das kontaktlose Bezahlen. Jetzt kann der Kunde die Karte einsetzen. Ist sie dagegen in einer Tasche verstaut, sind die Chips blockiert. Durch Eigenbewegung lädt sich der kleine Akku immer wieder auf und ermöglicht so eine jahrelange Leistungsfähigkeit der Technologie

SmartMetric ist vor Gericht gezogen, so berichtet die Seite MarketWatch. Sie klagt die beiden Kreditkarten-Giganten VISA Inc. und MasterCard International an, ihre patentgeschützte Technologie in ihren Kreditkarten benutzt zu haben. Sie fordern 25% des seither so verhinderten Schadens durch Kreditkartenbetrug. Das entspräche 13,4 Mrd. US-Dollar, so MarketWatch (Wer sehr interessiert ist, findet bei Gericht eingereichte Schriftstücke auf einem Blog von SmartMetric).

Ein Schelm, wer Arges dabei denkt.

Gleichzeitig gießt American Express noch ein wenig Öl ins Feuer. Sie stehen selbst vor Gericht wegen überzogener Gebühren und Missbrauch ihrer Marktmacht (wir berichteten am 08. Juli 2014). Jetzt werfen sie VISA und MasterCard vor, ein Duopol zu bilden. Über eine Milliarde Kreditkarten hätten beide allein in den USA ausgegeben.

Es erscheint wie ein merkwürdiger Zufall, dass MasterCard und VISA gleichzeitig von zwei Seiten attackiert werden. SmartWatch greift das Duo mit demselben Vorwurf der Patentverletzung an, nicht aber American Express oder Diners Club. Gleichzeitig prangert American Express die beiden Wettbewerber an, ein Duopol gebildet zu haben. Das dürfte in den USA ebenfalls in Richtung Missbrauch der Marktmacht zielen. Im Falle von gemeinsamen Technologiediebstahl natürlich noch wesentlich weiter. Da wirken die Vorwürfe beinahe wie abgestimmt.