EMV-Chip statt Magnetstreifen – USA setzen bei Kreditkarten endlich auf Sicherheit!

Für viele deutsche Urlauber ist die Reise in die USA in Sachen Kreditkarte immer wieder zu einem Glücksspiel geworden. Während in Europa der Sicherheitsstandard EMV-Chip längst zum Alltag gehört, setzten die Kreditkartenunternehmen in den USA weiterhin auf den deutlich weniger sicheren Magnetstreifen.

Damit benötigen US-Urlauber immer auch Kreditkarten mit einem funktionsfähigen Magnetstreifen zum Bezahlen und Geld abheben, während in Europa dafür nur noch der EMV-Chip genutzt wird. Dies wäre möglicherweise so geblieben, hätte sich das Aufkommen beim Betrug mit Kreditkarten nicht aufgrund der geringeren Sicherheitsstandards in die USA verlagert. 

Fast jede 10. Zahlung ein Betrugsversuch 

Der Kreditkartenbetrug, der hierzulande vor allem durch die Einführung des EMV-Chips eingedämmt werden konnte, boomt in den USA. Inzwischen stellt fast jede 10. Zahlung einen Betrugsversuch dar. Eine Zahl, die man sich kaum vorstellen kann, die aber dennoch der Realität entspricht. Der starke Anstieg bei den Betrügereien mit Kreditkarten führt nun zu einem Umdenken bei den Sicherheitsstandards.

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Der Magnetstreifen, über den die Übertragung der Zahlungen und Transaktionen in den USA nach wie vor abgewickelt wird, ist nicht erst seit gestern ein Sicherheitsrisiko. Doch während das Problem in Europa längst erkannt und durch die Einführung des EMV-Chips gebannt wurde, ließen die Kreditkartenunternehmen in den USA die Sache einfach weiterlaufen. 

300 Millionen Kreditkarten – aber kein Interesse an der Sicherheit? 

Laut Wikipedia hatten die USA im Jahr 2012 313,9 Millionen Einwohner. Von den Kreditkartenanbietern wurden in den Vereinigten Staaten in den vergangenen Jahren mehr als 300 Millionen Kreditkarten ausgegeben. Damit kommt auf jeden Einwohner der USA, egal wie alt, durchschnittlich mindestens eine Kreditkarte. Dies sollte ein guter Grund sein, für ausreichende Sicherheit bei den Plastikkarten zu sorgen, was bisher nicht der Fall war.

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Immer wieder hinkten die USA bei der Verbesserung der Sicherheitsstandards für Kreditkarten hinterher und blieben ihrem alten Magnetstreifen treu. Europa dagegen begab sich in den Wandel hin zum EMV-Chip, der einen deutlich höheren Standard in Sachen Sicherheit bietet. Dies hatte zur Folge, dass es zu einer Verlagerung des großflächigen Kreditkartenbetrugs in die USA kam.

EMV-Chip mit PIN statt Unterschrift 

Die US-Amerikaner sind es gewöhnt beim Bezahlen in Restaurants und Co. die Kreditkarte auf den Teller zu legen und den entsprechenden Beleg zu unterschreiben, womit der Zahlvorgang für sie abgeschlossen ist. Dieser Vorgang wird für viele Bürger der USA bald der Vergangenheit angehören. Bei Kreditkarten mit dem EMV-Chip reicht, anders als bei den Karten mit Magnetstreifen, die Unterschrift nicht mehr aus zur Identifizierung des Karteninhabers. Die Eingabe der Geheimnummer ist dann erforderlich, was das Bezahlen für viele US-Bürger zumindest vom Kopf her umständlicher machen dürfte.

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In Europa sind die Bürger dies längst gewöhnt und das Eingeben der PIN beim Einkauf mit der Kreditkarte gehört zum Alltag dazu. In den USA ist dies nicht der Fall, nur wenige Kreditkarten haben diesen nicht mehr neuen Sicherheitsstandard. Dies soll sich auf kommendes Jahr ändern. Bis Ende 2015 sollen zumindest 70 Prozent der in den USA ausgegebenen Kreditkarten mit dem EMV-Chip versehen sein. Eine Herkulesaufgabe für die Kreditkartenanbieter VISA, MasterCard und Co. angesichts der hohen Kreditkartenzahlen in den Vereinigten Staaten. 

Langfristiges Ziel: Alle Kreditkarten mit EMV-Chip versehen  

In Zukunft sollen alle Kreditkarten, die in den Vereinigten Staaten ausgegeben werden, mit dem EMV-Chip ausgestattet sein. Wie lange es für diesen Komplettaustausch der Kreditkarten brauchen wird? Möglicherweise Jahre. Erst wenn nach und nach die alten Kreditkarten alle durch neue ersetzt wurden, wird das langfristige Ziel eines Tages erreicht sein. Dies war in Europa der Fall und wird in den USA nicht anders sein, selbst wenn die Banken möglicherweise Druck machen werden in Sachen Schnelligkeit beim Austausch.

Vor allem waren es die Banken in den USA, die auf höhere Sicherheitsstandards bei Kreditkarten gepocht hatten. Sind sie es doch, die von dem Anstieg beim Kreditkartenbetrug unmittelbar betroffen sind. Genährt wurde das Vorpreschen der Banken zusätzlich durch Experten, die längst die Einführung des EMV-Chips auf Kreditkarten gefordert hatten. 

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Mehr als 50 Prozent der US-Amerikaner sind für den EMV-Chip 

Wie Kostenlose-Kreditkarte.de aktuell berichtet sind mittlerweile mehr als die Hälfte der US-Amerikaner für die Einführung des EMV-Chip. Dennoch sind nur 25 Prozent, und damit ein Viertel der US-Bürger, für das Bezahlen mit der Eingabe der Geheimnummer und wollen der Unterschrift treu bleiben. Das Sicherheitsdenken in den USA ist trotz der gestiegenen Zahlen beim Kreditkartenbetrug und den jüngsten Skandalen immer noch nicht groß genug, um von der beliebten Unterschrift abzukehren. Immerhin dann aber in Verbindung mit dem EMV-Chip statt mit dem altbekannten Magnetstreifen. Ob dies technisch überhaupt umsetzbar ist, wird sich zeigen müssen.