Kreditkarten 2015: Experten-Prognosen für das kommende Jahr

Wie wird die Zukunft von Kreditkarten aussehen, was wird sich verändern, was Neues kommen? U.S. News hat mit mehreren Kreditkarten-Experten darüber gesprochen, was im kommenden Jahr von Kreditkartenunternehmen zu erwarten ist. Dabei wurden fünf Vorhersagen getroffen, deren Eintreffen die Branchen-Insider für das Jahr 2015 erwarten.

Ein wichtiges Jahr geht zu Ende

Das Jahr 2014 war ein Jahr von neuen Wegen aber auch ein Jahr der großen Sicherheitslücken. Die Kreditkartenunternehmen Visa und MasterCard gingen mit eigenen Wallets an den Start:

  1. Visa Checkout und
  2. MasterCard mPass wurden geboren.

Im Oktober begann in den USA mit der digitalen Geldbörse des Technologieunternehmens Apple, Apple Pay, möglicherweise eine neue Zeitrechnung in Sachen Zahlungsverkehr. Zugleich mussten viele Kreditkartenbesitzer in den Vereinigten Staaten erleben wie ihre Daten gestohlen wurden, was für die Kunden, die Banken und den Handel gleichermaßen unerfreulich war. Zudem machten sich die Banken in den USA endlich dazu auf, das Ende des Magnetstreifens auf Kreditkarten und Debit-Karten einzuläuten. Ein vollgepacktes Jahr 2014, das in nur wenigen Wochen enden wird.

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Wird 2015 ebenso viel Großes, Wichtiges aber auch Unerfreuliches geschehen? Oder wird das kommende Jahr gegenüber diesem Jahr eher sang- und klanglos wirken? Dies ist die Frage, die sich Branchen-Insider, Kreditkartenunternehmen und Banken in den USA und auch anderen Teilen der Welt stellen müssen.

Erweiterter Kredit-Zugang in den USA

Laut oben genanntem Artikel von U.S. News gehen die Experten davon aus, dass der Kredit-Zugang in den USA wieder erweitert werden wird. Begründet wird dies mit der guten wirtschaftlichen Entwicklung der Vereinigten Staaten. Geht es einer Konjunktur gut, sind die Banken und Kreditkartenanbieter auch bereit, mehr und höhere Kredite zu vergeben, als dies in der Zeit einer Rezession der Fall ist und war.

Für das kommende Jahr sieht es laut den Branchen-Insidern gut aus mit den Krediten über Kreditkarten. Viele Menschen, die bereits „Flecken“ bei den Rückzahlungen von Krediten hatten und deshalb keine Kreditkarten und Kredite erhalten haben, können nun wieder auf Genehmigungen seitens der Banken und Kreditkartenunternehmen hoffen.

Info

Der Grund hierfür liegt auch darin, dass die Herausgeber von Kreditkarten darin bestrebt sind, neue Kunden zu gewinnen und deshalb ihre Kreditstandards gelockert haben. Zudem erhalten US-Bürger, deren Scores nach den alten Standards einer Kreditkarte und/oder Kreditvergabe widersprachen, wieder Zugang zu Krediten und Kreditkarten.

U.S. News zitiert hierbei Nick Clements von MagnifyMoney.com. Der ehemaliger Banker macht deutlich, dass er der Ansicht ist, dass es im kommenden Jahr viel leichter werden wird für die Verbraucher, eine Kreditkartegenehmigung zu erhalten. Clements weiter: „Dies ist ein Trend, den ich von diesem Jahr fortgesetzt sehe. Schlechte Informationen verlassen ihren Kredit-Bericht tendenziell nach etwa sieben Jahren, wodurch eine Menge schlechter Sachen wie  Zwangsvollstreckungen oder anderen Schulden nun die Kredit-Berichte vieler Menschen verlassen. So verbessern sich die Scores der Leute, zugleich aber erweitern die Banken weiterhin ihre Kredit-Risiko-Akzeptanz.“

Mehr Balance Transfer-Angebote dank guter Wirtschaftslage

Der Wirtschaft in den USA geht es gut, was sich an der Freude der Banken und Herausgeber von Kreditkarten zeigt, wieder mehr Kredite zu vergeben und mehr Kreditkarten herauszugeben. Dies zeigt sich auch darin, dass die Branchen-Experten für das kommende Jahr wieder mehr Balance Transfer-Angebote für Kreditkarten sehen.

Kreditkartensicherheit
iStock©LeoBlanchette

Das heißt Neukunden, die eine Kreditkarte beantragen und erhalten, können mit der neuen Karte die offenen Schulden auf ihrer alten Kreditkarte ablösen. In den Zeiten der Rezession waren die Banken und Kreditkartenherausgeber sehr zurückhaltend geworden bei dieser Form der Umschuldung. Inzwischen sieht die Lage wieder anders aus. Für 2015 sind Balance Transfer-Angebote bei Kreditkarten in den USA wieder am kommen.

Mehr Wettbewerb bei Cashback-Kreditkarten

Für das kommende Jahr sehen die Experten einen erhöhten Wettbewerb um Inhaber von Cashback-Kreditkarten. Der Konkurrenz um neue Kunden ist groß, weshalb vor allem der Weg wettbewerbsfähiger Cashback-Kreditkarten gewählt wird.

Tipp

Dabei wird es Boni geben und der Bereich der Kreditkarten von Luftlinien wird weiterhin interessant für die Verbraucher bleiben. Da das Bargeld derzeit eine Art Comeback in den USA feiert, weil sich die Generation um die 30 immer mehr von Kreditkarten abwendet und lieber bar bezahlt, müssen sich die Banken und Kreditkartenherausgeber einiges einfallen, um diese Generation wieder für sich zu gewinnen. Dazu gehört, sowohl die Flexibilität der Punkte, welche die Kunden über die Kreditkarten sammeln können, zu fördern und mehr Möglichkeiten der Einlösung anzubieten.

Ob sich solche Kreditkarten jedoch immer lohnen, ist die Frage. Zwar gibt es solche Kreditkarten mit Cashback und Punkten oft beitragsfrei, dafür haben die Kunden für die Kreditlinie auch entsprechend hohe Zinsen zu bezahlen. Deshalb empfehlen Experten, nicht allein nur auf den Bonus, die Punkte und die Vergünstigungen solcher Kreditkarten zu achten, sondern vor allem darauf, was die ganze Sache inklusive Kreditzinsen für den genutzten Kreditrahmen kostet.

Mehr freie Kredit-Scores wie bisher

Im kommenden Jahr wird es mehr kostenlose Kredit-Scores geben wie dies bisher der Fall war. Ab Januar 2015 wollen Capital One, Discover und Barclaycard ihren Kunden kostenlos die Scores zur Verfügung stellen. Bereits seit einem Jahr machen dies bereits einige Kreditkartenanbieter, weitere werden im nächsten Jahr folgen.

Das heißt, dass die FICO Scores oder VantageScores, welche Kunden bislang anfordern und dafür bezahlen mussten, in Zukunft von immer mehr Kreditkartenanbietern in den USA kostenlos angeboten werden. Die Experten raten dabei jedoch darauf zu achten, auf was sich dieser Score bezieht, da sich die Kredit-Scores voneinander unterscheiden und davon abhängen, ob man eine Kreditkarte, einen Immobilienkredit oder einen Autokredit beantragen möchte.

Sicherheit bei Kreditkarten mit mehr Innovationen

Kreditkartensicherheit wird in Europa längst groß geschrieben. In den USA war dies bisher weniger der Fall. Doch 2015 wird das Jahr werden, in dem die Sicherheit bei Kreditkarten nach Ansicht von Branchen-Insidern immer mehr Bedeutung zukommen soll, gerade in den Vereinigten Staaten.

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So werden immer mehr Kreditkarten mit dem in Europa bereits hinlänglich bekannten und genutzten EMV-Chip in Umlauf kommen. Bislang werden die Zahlungen mit Kreditkarten und Debit-Karten in den USA über den Magnetstreifen gebucht und dann mit der Unterschrift des Karteninhabers autorisiert. Dies hat dazu geführt, dass sich die Kartenkriminalität in den vergangenen Jahren in die Vereinigten Staaten verlagert und dort zu Milliardenschäden geführt hat. Deshalb fordern die Banken in den USA, dass die Händler die Umrüstung ihrer Terminals schnell vornehmen bzw. diese entsprechend austauschen, um künftig Zahlungen per Kreditkarte mit EMV-Chip und PIN abwickeln zu können.

Aus diesem Grund werden ab Oktober 2015 nicht mehr die Banken gerade stehen für die Kosten aus Betrugsfällen, welche durch Kartenbetrug beim Händler direkt entstehen – wenn dieser die Kreditkarte noch über den Magnetstreifen einliest, nicht aber über den EMV-Chip. Die Haftung wird dann vom Kartenherausgeber auf die Kaufleute verlagert werden, wenn deren Zahlungsterminals dann immer noch nicht Chip-basiert arbeiten, sondern nach wie vor Magnetstreifen-basiert.

Zudem soll Sicherheit bei Kreditkarten in Zukunft generell groß geschrieben werden in den USA. Die Kreditkartenunternehmen sind auf der Suche nach Möglichkeiten, damit Kartenbetrug verhindert werden kann. Die Sicherheit wird dabei nicht nur eine Begleiterscheinung sein, sondern zugleich werbewirksam verkauft werden, um potentielle Neukunden, die auf der Suche nach einer Kreditkarte sind, gezielt über dieses Thema anzusprechen.

Tom Lichford von der National Retail Federation spricht über die neuen Sicherheitsnormen bei Kreditkarten ab dem kommenden Jahr 2015 …  

Und was ist mit Kreditkarten in Deutschland?

All die genannten Neuerungen gelten für die USA. Doch wird sich hierzulande auch etwas ändern in Sachen Kreditkarten? Der EMV-Chip ist bereits da! Die Sicherheit wird hierzulande längst viel größer geschrieben als dies über den großen Teich der Fall ist.

Eines wird aber wohl kommen: Stetig mehr Angebote für Kreditkarten unterschiedlichster Art und Weise. Der Markt in Deutschland wächst in diesem Bereich permanent. Immer mehr Banken entdecken hier eine neue Nische für sich selbst. Dabei ist es auch egal, ob es sich um richtige Kreditkarten mit Kreditrahmen handelt, um Debit-Karten oder Prepaid-Kreditkarten. Immer mehr Karten buhlen darum, neue Kunden zu finden. Die Kreditkartenanbieter und Banken sind darin bestrebt, neue Angebote in Sachen Kreditkarten zu kreieren. Seien es Karten mit Bonusangeboten, seien es Kreditkartendoppel oder andere Arten von Krediten, mit denen gezielt bestimmte Kundengruppen angesprochen werden sollen.

Das Jahr 2015 könnte damit aus Sicht der Verbraucher, die sich auf die Suche nach einer ersten oder neuen Kreditkarte begeben, spannend werden. Wir empfehlen, sich vor dem Vertragsabschluss gründlich zu informieren und über Kreditkartenrechner entsprechende Vergleiche anzustellen. 

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Fazit

Dazu könnte, auch wenn es jetzt noch nicht absehbar ist bzw. es keine entsprechenden Ankündigungen gibt, etwas über den großen Teich zu uns kommen. Apple Pay ist bislang nur in den USA an den Start gegangen. Wird dies dort zu einem Erfolg, könnte die digitale Geldbörse des Technologieunternehmens wohl 2015 in Europa und damit zugleich in Deutschland eingeführt werden.