Mobile Payment Systeme im aktuellen Test

Immer mehr Mobile Payment Systeme sind im Kommen. Doch wie sieht es mit der Sicherheit dieser Systeme aus? Was kann Mobiles Bezahlen und welche Möglichkeiten bieten Apps für kontaktloses Bezahlen? Die PSW Group ist einer der großen Full-Service-Provider für Internetlösungen, vor allem im Bereich der Internet Security. Dort haben sich Experten in einem aktuellen Test drei Apps angesehen, die für das Bezahlen genutzt werden können. Die App-Hersteller sind PayPal, Yapital und kesh Mobile Payment.

In Sachen Sicherheit keine Unterschiede

Bei allen drei getesteten Apps konnte die Experten keine Unterschiede in Sachen Sicherheit feststellen. Die PSW Group schreibt dazu auf ihrem Blog: „In puncto Sicherheit liegen die drei getesteten Apps aufgrund der rechtlichen Lage gleich auf.“ Das bedeutet, dass dieser Testteil keine relevanten Ergebnisse mit sich bringt für die Unterscheidung der Apps von PayPal, Yapital und kesh Mobile Payment.

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PayPal verliert in gleich mehreren Punkten

Punkte verlor PayPal im Mobile Payment App-Test durch die „enormen Berechtigungen, die wir der App einräumen mussten“, wie die Sicherheitsexperten schreiben. Dazu kommt: die App des weltweit größten Zahlungsdienstes ist, anders als die zwei anderen getesteten Apps, nicht auf Tablets nutzbar.

Das ist ein wichtiger Punkt, da immer mehr Menschen im Alltag auf Tablets setzen und diese für immer mehr Zwecke einsetzen. Natürlich auch zum Bezahlen, wo es eben möglich ist. Mit PayPal fehlt diese Möglichkeit, da die App diese Funktion nicht bereit hält.

Datenschutz bei Partnern unklar?

Wichtig für das Mobile Payment ist die Sicherheit der Daten. Hierzu gibt es bei PayPal wohl ein Fragezeichen. „Wenngleich PayPal selbst persönliche Daten auf europäischen Servern verschlüsselt, kann der Dienst keine Angaben darüber machen, wie das bei Partnern aussieht, die andernorts sitzen.“, schreibt die PSW Group dazu. Sie raten daher dazu, die Datenschutzdetails vor dem Nutzen der App von PayPal anzusehen, wenn man sich für diesen Anbieter entscheiden möchte.

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kesh-App auch von Minderjährigen nutzbar

Anders als die Mobile Payment Apps von PayPal und Yapital kann die kesh-App auch von Minderjährigen genutzt werden. Für das Taschegeld ist diese App damit eine geeignete Sache. Der Nachteil: die Händler, welche eine Akzeptanz für kesh haben, müssen erst gesucht werden. Die kesh App für das Mobile Bezahlen hat von allen drei getesteten Apps bislang die geringste Händlerakzeptanz. Am stärksten ist PayPal mit seiner App vertreten.

Testsieger ist Yapital

Noch ist es PayPal, der von den drei von der PSW Group getesteten Apps die Nase vorn hat in Sachen Händlerakzeptanz, doch Yapital schließt langsam auf. Dies dürfte einen einfachen Grund haben: die Nutzer der Yapital App für das Mobile Payment haben mehr Möglichkeiten, als es PayPal mit seiner App anbietet. „Da die Otto Group als Muttergesellschaft hinter Yapital steckt, ergeben sich deutlich erweiterte Optionen und Erfahrungswerte.“, schreiben die Sicherheitsexperten dazu in ihrem oben genannten Blogbeitrag.

So ist mit der App von Yapital auch das Bezahlen von Papierrechnungen durchführbar. Diese können mit dem Smartphone begleichen werden. Damit hat dieser Anbieter in Sachen Zukunft möglicherweise die Nase einen Ticken weiter vorn, auch wenn PayPal noch die größere Akzeptanz bei den Händlern hat.

Mobile Payment eines Tages Alltag?

In Deutschland stellt sich nach wie vor die Frage, ob sich das Mobile Bezahlen eines Tages wirklich durchsetzen wird. Was in anderen Ländern längst üblich ist, das kontaktlose Bezahlen mit der Kreditkarte oder mit dem Smartphone, ist hierzulande immer noch im Hintertreffen.

Die Gründe hierfür sind vielfältig: Die Bundesbürger haben Bedenken wegen der Sicherheit ihrer Daten, sie haben Angst um die Sicherheit ihres Geldes, sie wollen beim Bezahlen anonym bleiben und zahlen deshalb lieber mit Bargeld. Dazu kommt, dass die Akzeptanz auf Verbraucherseite weiter niedrig bleiben könnte, weil die Händler und die Anbieter von Systemen und Apps für das Mobile Payment schlichtweg bisher verschlafen haben, flächendeckend für diese Form des Bezahlens zu werben.

Hier ist nach wie vor Handlungsbedarf gegeben, sowohl bei den Händlern selbst wie auch bei den Anbietern von Mobile Payment Systemen. Zudem ist es wichtig, dass die Bürger über die Sicherheit ihrer Daten und ihres Geldes aufgeklärt werden, damit sich das Mobile Bezahlen als wirkliche Alternative zum Bezahlen mit Bargeld durchsetzen kannn – auch in Deutschland!