Google will ApplePay Konkurrenz machen

Bisher setzte Google auf die „Near Field Communication“ (NFC) mit dem Google Wallet. Nun soll es aber ohne NFC gehen und zwar mit einem neuen Bezahlsystem namens „Plaso“. Nachdem bereits das Google Wallet keine Durchsetzungskraft auf dem internationalen Markt der Mobile Payment-Anbieter verzeichnete, möchte Google mit „Plaso“ nun einen anderen Weg einschlagen.

Google Wallet konnte sich nicht durchsetzen

Zu vermuten ist, dass sich Google durch das Unternehmen Apple enorm unter Druck gesetzt fühlt. Apple verzeichnete mit seinem Zahlungsdienst ApplePay wahnsinnige Erfolge, vor allem in den USA. Ja sogar in einem solchen Ausmaß, dass selbst Tim Cook, Firmenchef von Apple, dieser Erfolg überraschte. ApplePay setzt auf NFC, anwendbar mit dem iPhone oder der AppleWatch. Vor allem amerikanische Händler scheint dieses Bezahlsystem zu überzeugen. Mehr zumindest als Google Wallet. Dieses geriet mit zunehmendem Interesse an ApplePay mehr und mehr in den Hintergrund. In New York auf der Konferenz der Goldmann Sachs Bank verriet Tim Cook, dass bereits mehr als 2.000 Kreditinstitute wie Banken mit Apple gemeinsame Sache machen. Das ist nicht zu unterschätzen und ebenso sieht Google diese Zeichen, gerade weil Apple Inc. einer der ernstzunehmenden Konkurrenten für das Unternehmen ist. Bedauerlicher Weise bestätigte dies auch das große Interesse am Apple Produkt, ApplePay und parallel dazu die Zurückhaltung bzgl. der Nutzung des Google Wallet, welches im Jahr 2011 auf den Markt kam. Gerade Händler zeigten wenig Interesse – eine ernstzunehmende Zielgruppe im Bereich Mobile Payment. Im Vergleich zum Bezahlsystem Google Wallet preschte ApplePay in den letzten Monaten regelrecht vor und nahm dem Wallet schließlich die komplette Aufmerksamkeit auf dem internationalen Markt des Mobile Payment.

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Mobile Payment mit Google ohne NFC-Technologie

Interesse an einem neuen Google Produkt „Plaso“ soll nun geweckt werden, in dem erste Meldungen verlauten lassen, dass Plaso ohne die NFC-Technologie funktionieren soll. Die Anwendung scheint mehr als simple zu sein: Laut dem Nachrichtendienst „The Information“ brauchen Geschäftsinhaber nur ihr Smartphone um Transaktionen mit „Plaso“ durchzuführen. Der Dienst, über welchen diese Transaktionen laufen sollen, wird offensichtlich von Google gestellt, das dann wiederum die Schnittstelle zu den Banken darstellt. Dabei ist zu vermuten, dass Google einmal mehr „spioniert“ und die Käufe seiner Kunden dabei erkennt bzw. mitliest.

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Anwenderfreundlichkeit von „Plaso“

Die Initialen des Käufers stehen bei diesen Transaktionen im Vordergrund. Nach dem Waren an der Kasse erfasst wurden, wird der Kunde nach seinen Initialen gefragt. Der Kassierer benötigt ein Handy, welches Plaso-fähig ist und kann dann den Einkauf abkassieren. Ob es in  diesem Bezahlvorgang zu einer weiteren Sicherheitsprüfung kommt, ist bisher ungewiss. Offensichtlich erkennen die Kassen Smartphones in ihrer unmittelbaren Nähe. Diese funktionieren dann ähnlich wie ein Beacon bzw. stellen das Terminal für Händler dar. Die Funktionsweise ist mit der des Square Wallet zu vergleichen. Als Mittelsmann fungiert wohl Google. Was das bedeutet ist noch nicht klar. Ein Vorteil war schließlich bisher, dass keine Keditkarten-Daten im Mobile Payment ausgetauscht wurden.  

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Testumgebung von „Plaso“  

Panera Bread gilt als eines der Testgebiete für Plaso. Neben der Bäckerei- und Pizzakette heißt es aber auch, dass Papa John´s mit „Plaso“ testweise arbeiten wird. Äußerst interessant ist an dieser Stelle jedoch, dass gerade bei Panera Bread 80 Prozent der mobilen Zahlungen über ApplePay abgewickelt werden. Google will es wohl wissen.

Bisher bleiben dies alles reine Spekulationen. Im Mai 2015 findet die I/O statt. Wir hegen die Hoffnung, dass sich Google bis dahin ein wenig in die Karten schauen lässt und uns mehr über die neuen Pläne im Bereich des Mobile Payment verrät.