Banken oder Facebook und Co.: Wem vertrauen Verbraucher beim Bezahlen wirklich?

„Sollten traditionelle Finanzinstitute vor Angst beben?“ Diese Frage stellt Bankinnovation.net im Zusammenhang mit den neuesten Berichten und Zukäufen von Facebook, Snapchat und Co. auf. Doch wie sieht die Sache wirklich ist? Trauen die Nutzer des Internets wirklich diesen Unternehmen, wenn es um das Bezahlen geht, oder bleibt es doch der alte, vertraute Weg über die Bank, der bevorzugt wird?

Facebook und der Buy-Button

Mark Zuckerberg, der Gründer von Facebook, strebt schon lange nach Höherem, dies ist nicht erst seit gestern bekannt. Da das Bezahlen über das Internet immer gesellschaftsfähiger wird und immer mehr Freunde findet, sucht auch das Soziale Netzwerk nach neuen Möglichkeiten, in diesem Bereich einen Stück vom Kuchen ab zu bekommen.

Mit dem Buy Button, der gegenwärtig von Facebook getestet wird, soll es möglich sein, auf Werbeanzeigen zu klicken und ein Produkt direkt vom werbenden Unternehmen zu kaufen, ohne dabei Facebook selbst verlassen zu müssen. Zum Bezahlen werden dann beim Sozialen Netzwerk die Kreditkartendaten angegeben, die je nach Wunsch gespeichert werden können oder nicht.

Twitter kauft CardSpring

CardSpring Twitter
© Franke-Media.net

Zur etwa gleichen Zeit, wie Facebook das Testen des Buy Button in Angriff nahm, gab der Kurznachrichtendienst Twitter bekannt, dass das Unternehmen CardSpring übernommen wurde. Das Infrastrukturunternehmen im Bereich des Mobile Payment soll den Twitter-Nutzern neue Möglichkeiten eröffnen.

Twitter selbst schreibt auf dem eigenen Blog dazu:

„Twitter ist seit jeher eine lebendige Umgebung für Benutzer, um Produktempfehlungen und Angebote von Künstlern, Experten, Marken und Freunden zu entdecken. In der Tat haben wir Benutzern schon die Möglichkeit gegeben, Angebote und Rabatte zu erhalten, mit denen sie jemanden mit einem Kaffee überraschen, oder sogar Elemente ihres Online-Warenkorbs hinzufügen können – alles direkt von einem Tweet. Wir arbeiten an der Zukunft des Handels auf Twitter und wir sind zuversichtlich, dass das CardSpring-Team und die Technologie, die sie erstellt haben, hervorragend mit unserer Philosophie über die besten Möglichkeiten zusammenpasst, um unseren Nutzern in-the-moment-Erfahrungen im Bereich des Handels zu bringen.“ (Übersetzung: Redaktion)

Snapchat meldet Markenzeichen für Zahlungsabwicklung an

SnapChat LogoWie TechCrunch berichtet, will Snapchat, der Messenger-Dienst für Fotos, seine Dienste erweitern und hat deshalb ein Markenzeichen für die Zahlungsabwicklung angemeldet. Dabei dürfte es Snapchat darum gehen, auf dem Onlineweg Geldbeträge zu übertragen:

  • sei es mit der Kreditkarte,
  • mit Schecks, die auf elektronischem Wege verwendet und versendet werden können und
  • über internetfähige Mobilgeräte.

Internetunternehmen machen mobil

Mit Geld lässt sich Geld verdienen. Diese alte Regel der Banken haben sich die Internetunternehmen zu eigen gemacht und wollen ihre eigenen Wege in diesem Bereich finden. Zahlungsdienste anbieten, an Kreditkartenzahlungen verdienen, im Mobile Payment die eigene Nische entdecken. Die online tätigen Unternehmen haben den traditionellen Banken damit den Kampf angesagt. Doch müssen diese nun wirklich „vor Angst beben“? Oder wird sich der Kuchen nur neu aufteilen, aber die Bankanwendungen weiter Vorrang vor den Anwendungen der Internetunternehmen haben?

Was unterscheidet die Internetunternehmen von Banken?

Banken sind nicht gerade die beliebtesten Unternehmen seit Ausbruch der Finanzkrise im vergangenen Jahrzehnt. Dennoch bringen sie für viele einen Vertrauensvorschuss mit, den Internetnehmen wie Facebook und Co. nicht haben. Bei einer Bank gibt es, zumindest in Europa, eine klare Absicherung der Einlagen, und an der Sicherheit der eigenen Systeme zum Onlinebanking wird weiter rege gearbeitet.

Surftipp: Rund ums Mobile Payment und Mobile Payment-Anbieter

Bei Facebook und anderen Onlineunternehmen hingegen fehlt das Vertrauen der Verbraucher oftmals. Das soziale Netzwerk hat sich nicht gerade hervorgetan beim Datenschutz, weshalb Facebook laut der aktuellen Javelin Research Studie nur auf 12 Prozent beim Vertrauen kommen. Noch schlechter stehen aber, und dies hat den Grund mangelnder Präsenz in den sozialen Medien und Netzwerken, die Banken mit nur 11 Prozent da.

Damit muss das mangelnde Vertrauen in Banken bei dieser Studie mit einem kleinen Fragezeichen betrachtet werden. Die Befragten, die ihr Vertrauen auf Banken setzten, gaben an, dass die lieber eine mobile Wallet (= digitale Geldbörse) ihrer Bank verwenden würden denn alternative Möglichkeiten anderer Anbieter. Wenn die Banken mehr Offenheit und Transparenz in Sozialen Netzwerken zeigen, wäre hier wohl bald ein gewisser Vertrauensvorschuss gegeben gegenüber den reinen Onlineunternehmen.

Surftipp: Zum VISA-Kreditkartenvergleich

Großes Vertrauen in VISA, MasterCard und PayPal

Während die Banken in der Vertrauensfrage auch nicht besser dastehen wie die großen Internetunternehmen, konnten die beiden US-Kreditkartenunternehmen VISA und MasterCard sowie der Zahlungsdienst PayPal sehr gute Werte in der Javelin Research Studie erzielen.

Surftipp: PayPal im Test - Sicherheit und Konditionen

  • MasterCard konnte 48 Prozent bei der „Vertrauensfrage“ holen,
  • PayPal 49 Prozent.
  • Das mit Abstand größte Vertrauen haben die „Social Shopper“ jedoch in VISA. 69 Prozent und damit 20 Prozent mehr der Befragten als bei PayPal haben Vertrauen in den Kreditkartenanbieter.

Kann der Schulterschluss zwischen Banken und Internetunternehmen gelingen?

Den Internetunternehmen wie den Banken ist bei den befragten Social Shoppern eines gemein: Es fehlt an Vertrauen. Was den Banken offline immer noch gelingt, schaffen sie nicht im Internet. Die großen Onlineunternehmen hingegen können das Vertrauen nicht aus eigener Kraft gewinnen, ohne starke Partner im Hintergrund zu haben.

Beide Seiten zusammen in einem Schulterschluss könnte die Wende bringen, für die Geldinstitute wie für die nur im Internet agierenden Unternehmen. Nur gemeinsam werden diese beiden Bereiche es schaffen, das Vertrauen der Social Shopper zu gewinnen. Alleine sind sie, trotz Zukäufen und der Entwicklung neuer Anwendungen, wohl noch weit von dem Vertrauen entfernt, das sich VISA, PayPal und MasterCard längst erarbeitet haben.

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