VISA Check-Out – Einfacher bezahlen im Internet?

Der Kreditkartenanbieter VISA geht in die Offensive. Mit VISA Check-Out plant das US-Unternehmen einen eigenen Zahlungsdienst und wird damit zum Konkurrenten des bisherigen Partners PayPal

Konkurrenz zu PayPal und Co.?

Während PayPal in den Offline-Markt drängt im Bereich Mobile Payment (Artikel dazu hatte ich kürzlich geschrieben, hier passend zum Verlinken), drängt es VISA vermehrt in das Online-Geschäft. Der Handel vor Ort hat mit Umsatzeinbußen zu kämpfen, was für die Kreditkartenunternehmen spürbar ist. Der große Kuchen des Bezahlens im Internet wurde bislang unter verschiedenen Zahlungsdiensten aufgeteilt, von denen PayPal einen der wichtigsten darstellt.

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Der Zahlungsdienstleister hat den Schatten des Mutterkonzerns eBay längst hinter sich gelassen und agiert weltweit als Unternehmen die Abwicklung von Online-Zahlungen. Bislang hat die Zusammenarbeit zwischen VISA und PayPal reibungslos funktioniert, hat PayPal doch die Zahlungen mit Kreditkarten vermittelt und kassiert dafür kräftig an Gebühren. Der Kreditkartenanbieter blieb damit in vielen Fällen außen vor, und konnte nicht von diesem Gebühren einbringenden Punkt der Kreditkartenzahlungen profitieren. Mit VISA Check-Out soll dies anders werden. 

Mit VISA Check-Out Zahlung in Sekundenschnelle 

Einen großen Vorteil bietet der Zahlungsdienst PayPal: Schnelligkeit. Der zweite Vorteil: Zahlungsdaten müssen nicht bei jedem Kaufvorgang neu eingegeben werden. Beides sprach in der Vergangenheit für das Nutzen von PayPal und machte diesen Dienst zu etwas Besonderem. Auf diesen Zug springt VISA mit Check-Out auf und will in Zukunft Ähnliches anbieten.

Damit eine Zahlung mit der VISA Card Kreditkarte durchgeführt werden kann, müssen mit VISA Check-Out nicht mehr Kreditkartennummer, CVC und Kartengültigkeit angegeben werden. Der Kunde, der mit seiner Kreditkarte des Unternehmens bezahlen möchte, loggt sich bei Check-Out ein, führt seine Zahlung durch und innerhalb weniger Sekunden ist der Bezahlvorgang abgewickelt. Dadurch wäre die Schnelligkeit gegeben, welche sich Käufer im Internet wünschen und weshalb sie sich beim Bezahlen oftmals für PayPal entscheiden. 

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Steigt VISA aus der Zusammenarbeit mit PayPal aus? 

Der neue Zahlungsdienst VISA Check-Out des Kreditkartenanbieters riecht danach, dass VISA bald ein eigenes, großes Stück vom Kuchen haben möchte. Steigt das US-Unternehmen aus der Zusammenarbeit mit PayPal aus oder will es nur in Konkurrenz zum Zahlungsdienstleister treten? Für Kreditkarteninhaber ist dies ein wichtiger Punkt. Sollte VISA in Zukunft Konkurrent statt Partner von PayPal sein, könnte dies für Verbraucher bedeuten, dass sie ihre VISA Card nicht mehr beim Zahlungsdienst nutzen können.

Zwar bestünde dann die Wahlfreiheit der Nutzer, eine andere Kreditkarte zu verwenden oder ein Bankkonto. Dennoch wären die Einschnitte hoch, welche eine solche Abschottung von VISA für PayPal mit sich bringen würde. 

Schnelligkeit plus Sicherheit! 

Neben dem Vorteil der Schnelligkeit bietet VISA Check-Out noch einen weiteren wichtigen Punkt: Kreditkartendaten müssen nicht mehr bei einem anderen Anbieter wie PayPal angegeben werden. Dadurch kann es auf dem Wege der Eingabe nicht zu einem Abgreifen der Daten durch Hacker oder Trojaner kommen, die Sicherheit der eigenen Daten und Kreditkarte ist höher.

Zudem hat so nicht noch ein weiteres Unternehmen Einsicht in die eigenen Kartendaten und kann diese speichern, wie es im Fall von PayPal vorkommt. Sondern nur das Kreditkartenunternehmen selbst kennt dann beim Bezahlen im Internet die Kreditkartendaten. Der Bezahlvorgang selbst wird über VISA Check-Out ausgelöst. 

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Verified by VISA wird überarbeitet

Im Zuge der Einführung von VISA Check-Out soll auch das Sicherheitssystem „Verified by VISA“ überarbeitet werden. Anders als das bisherige System soll der sicherere Bezahlvorgang dann schneller möglich sein. Bislang spielte „Verified by VISA“ beim Bezahlen im Online-Handel eine untergeordnete Rolle, bedeutete es für die Karteninhaber eine Verlängerung des Zahlungsvorgangs.

Beim Kauf im Internet soll es aber für die meisten Verbraucher schnell gehen:

  • von der Warensuche,
  • der Auswahl  der Ware,
  • der Bestellabwicklung bis hin
  • zur Zahlungsabwicklung.

„Verified by VISA“ hat dies zwar sicherer gemacht aber den Vorgang des Bezahlens ausgebremst. Ob die Vereinfachung wirklich möglich ist, wird sich zeigen müssen. Vielleicht wird das eigene Sicherheitssystem des Kreditkartenanbieters eine Rundumerneuerung erfahren müssen mit einer abschließenden Integration in VISA Check-Out.

Wird es Zukunft mehr Zahlungssysteme geben? 

Konkurrenz belebt das Geschäft. Je mehr Zahlungsdienstleister es gibt, desto kundenfreundlicher müssen diese auch agieren, um auf dem Markt weiter bestehen zu können. Wenn der US-Kreditkartenanbieter in ein Geschäftsfeld drängt, das bisher von anderen bewirtschaftet wurde, wird dies für einigen Aufruhr sorgen.

Wäre VISA Check-Out nur als Ergänzung gedacht, würde das Stück vom Kuchen wohl klein bleiben, das sich VISA holen könnte. Die Sache mit dem neuen Online-Zahlungssystem und die Überarbeitung des eigenen Sicherheitssystems „Verified by VISA“ sprechen jedoch eine deutliche Sprache. Der Kreditkartenanbieter will im Bereich der Online-Bezahldienste mitmischen und zum Global Player werden.

Die Gründe hierfür sind schnell benannt. Der mögliche Rückzug aus dem Russland-Geschäft durch die geänderten Bedingungen für Kreditkartenanbieter dort. Die Einbußen durch die neuen Richtlinien für Kreditkartengebühren, welche die EU-Kommission auf den Weg gebracht hat. Zudem tobt nach wie vor der Konkurrenzkampf mit MasterCard, der in Zukunft sowohl beim Zahlungsverkehr im Online-Handel wie auch im Bereich des mobilen Bezahlen noch verschärfter geführt werden dürfte. 

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