Beliebtestes Zahlungsmittel in Deutschland auch weiterhin Bargeld

Die Vielfalt an Kreditkarten wächst Tag für Tag, immer wieder kommen neue Angebote dazu, wenn es um die praktischen Plastikkarten geht. Und dennoch liebt der Bundesbürger nach wie vor vor allem eines: Das Bargeld.

Und so ist Bargeld immer noch das beliebteste Zahlungsmittel in Deutschland, wie nun auch das zweite Bargeldsymposium in Frankfurt zeigte, zu dem die Deutsche Bundesbank viele Vertreter aus Kreditwirtschaft und dem öffentlichen Bereich geladen hatte. Dabei ging es sowohl um die aktuellen Herausforderungen des Bargeldverkehrs wie auch um die zukünftigen.

Bargeld ist anonym

Warum zieht der deutsche Verbraucher immer noch das Bargeld der viel praktischeren Kreditkarte vor? Das ist die Frage, die sich auch die Banken als Herausgeber von Kreditkarten (und EC-Karten) letztlich immer wieder stellen müssen. Die Antwort darauf scheint recht einfach zu sein. Während Kartenzahlungen nachprüfbar und nachweisbar sind, ist das Bezahlen mit Bargeld anonym, und es geht, so oft die landläufige Meinung schneller als das Bezahlen mit einer Karte.

Dieses Argument mag natürlich greifen, hat der Bundesbürger doch nach wie vor immer wieder Sorgen um sein Geld. Zwei Weltkriege haben hier eindeutig ihre tiefen Spuren hinterlassen. Die neuerlichen Krisen, unter anderen die Krim-Krise in der Ukraine machen es nicht besser. Doch letztlich ist die Anonymität längst nicht mehr das, was sie mal war, selbst wenn mit dem vermeintlich anonymen Zahlungsmittel Bargeld gezahlt wird.

Die große Frage ist: Wieso braucht jemand beim Bezahlen mit Bargeld die Anonymität, es sei denn, es soll an der Steuer oder an anderen staatlichen Behörden vorbeigehen? Dies kann man natürlich jetzt auch überspitzt so ausdrücken, aber hierbei ist Italien gerade das beste Beispiel. Auch dort bezahlen die Bürger am liebsten mit Bargeld, und hinterziehen damit oftmals zugleich fleißig die Steuern – weshalb nun per Gesetz ein kleines Kartenlesegerät eingeführt wurde, über das alle Zahlungen über 30 Euro per EC-Karte oder Kreditkarte abgewickelt werden müssen.

Genau hier zeigt sich dann, wohin die übertriebene Liebe zum Bargeld dann führen kann: Dass der Staat eingreift und dem Bargeld ein wenig die Luft herausnimmt. In Deutschland ist die Einführung eines solches Gesetzes wohl noch lange undenkbar, dennoch zeigt die Senkung der Kreditkartengebühren für den Handel durch die EU-Kommission, dass der Weg eindeutig vom Bargeld in Richtung bargeldloses Bezahlen und damit auch in Richtung Mobile Payment geht. Denn wenn Bargeld anonymer zu sein scheint, praktischer ist es dann doch nicht – und ein teures Unterfangen für die Banken und Sparkassen in Deutschland.

Bezahlen mit Bargeld mit teurer Logistik verbunden

Für den Kunden mag das Bargeld praktisch sein, doch für die Geldinstitute in Deutschland ist das beliebte Bezahlen mit Bargeld mit hohen Kosten für die Logistik verbunden. Dies merkte beim diesjährigen Bargeldsymposium auch Ludger Gooßens, Vorstandsmitglied des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands, DSGV, an.

So kostet die Bargeldlogistik allein die Sparkassen 1,1 Milliarden Euro jährlich, was ein nicht gerade kleiner Betrag ist. Dazu kommen, so müssen wir auch einwerfen, die Kosten für das Personal im Handel, welches den Bargeldbestand prüfen muss. Diese Personalkosten werden oft nicht bedacht, doch der Handel mag inzwischen vielerorts oft lieber Kartenzahlungen haben, selbst wenn diese Gebühren kosten, da die Zahlungen mit Kreditkarten und EC-Karten eben ohne Bargeld auskommen und damit auch ohne den Aufwand, den Bargeldzahlungen im Vorneherein (u.a. Bereitstellen von genügend Wechselgeld) und im Nachhinein mit sich bringen.

Bargeld wird beliebt bleiben

Doch so praktisch das Bezahlen mit Kreditkarten und EC-Karten auch ist und je mehr Möglichkeiten es im Bereich des Mobile Payment (Mobiles Bezahlen mit Smartphone und Co.) auch geben wird, der Bundesbürger wird das Bargeld wohl auch in Zukunft am meisten lieben.

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Dieser Ansicht ist auch Carl-Ludwig Thiele, Vorstandsmitglied bei der Deutschen Bundesbank. Im Rahmen des Frankfurter Symposiums sagte er: „Bargeld ist nach wie vor das beliebteste Zahlungsmittel in Deutschland und wird es auf absehbare Zeit wohl auch bleiben.“ Und dennoch macht Thiele zugleich deutlich, dass die Bundesbank weder bare noch unbare Möglichkeiten des Bezahlens den Vorzug geben würde.

Damit zieht sich die Bundesbank zugleich in die Neutralität zurück, gesteht jedoch ein, dass die Bearbeitung von Banknoten heute weitaus mehr Raum einnehmen würde als noch vor gut 20 Jahren. Damals gab es nicht einmal 50 Prozent von dem, was das aktuelle Volumen ausmacht an Banknoten, die jeder Bundesbank-Filialangestellte Tag für Tag in die Hände bekommt zum Bearbeiten. Dabei gäbe es mittlerweile einen drei Mal so hohen Maschinenbestand. Dies bedeutet letztlich, es ist weitaus mehr Bargeld im Umlauf als noch vor etwa 20 Jahren, was natürlich neben dem logistischen Aufwand der Geldinstitute auch für viel Arbeit in der Deutschen Bundesbank selbst sorgt.

Kreditkarten sind dennoch praktischer!

Auch wenn das Bargeldsymposium der Bundesbank zeigt, wie wichtig das Bargeld für den Geldkreislauf ist, wird sich das Bezahlen dennoch nach und nach verlagern. Denn eines darf bei aller Liebe zu Geldscheinen und Geldmünzen nicht vergessen werden: Zwar kann damit im örtlichen Handel, an der Tanke und in der Bäckerei damit bezahlt werden, nicht aber bei Käufen im Internet.

Gerade dort aber erlebt der Handel auch in diesem Jahr weiter einen Zuwachs, da sich viele Käufe der Verbraucher immer mehr ins Internet verlagern. Und für das Bezahlen beim Onlineshopping ist das Bargeld nicht nur nicht nutzbar, sondern Kreditkarten zugleich auch noch viel praktischer.

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Denn, wer gerne auf sein Geld achtet und einen Überblick über seine Ausgaben behalten möchte, der ist mit einer so genannten Prepaid-Kreditkarte am besten dran. Solche Kreditkarten rein auf Guthabenbasis, ähnlich einem Prepaid-Handy, gibt es mittlerweile schon günstig zu haben. Sie können ohne Bedenken beim Shoppen im Internet genutzt werden.

Natürlich geht dies auch mit ganz normalen Kreditkarten mit monatlicher Abrechnung oder Kreditkarten mit entsprechendem Kreditkarten. Gerade bei dieser Art des Bezahlens kann jeder die passende Karte für sich selbst finden, und dies auch zum dem Preis, der einem zusagt und am besten zum eigenen Geldbeutel passt.

Bargeld ist praktisch? Kreditkarten sind praktischer!

Und wer dann anfängt, seine Einkäufe im Internet mit Kreditkarte zu bezahlen, der wird auch schnell merken, wie praktisch das Ganze wirklich ist. Denn noch schneller geht es dann im örtlichen Handel, da das Bezahlen mit Bargeld letztlich auch nicht schneller ist – was viele gerne als das zweite Argument für das Bargeld vorschieben.

Dennoch sieht auch der Handel in Deutschland die Bedeutung des Bargelds. So erklärte der Hauptgeschäftsführer des Handelsverbands Deutschland, Steffen Genth, auf dem Bargeldsymposium in Frankfurt, dass Bargeld eine wichtige Rolle an der Ladentheke spielen würde. Genth: „Bargeld bleibt die Benchmark, an der sich alle anderen Zahlungsmittel messen lassen müssen.“, und sowohl der Handel wie auch die Kunden setzen auf Bargeld.

Natürlich muss man dies stehen lassen, ist dies ja letztlich das Bargeldsymposium, bei dem sich alles um Bargeld drehen sollte. Doch auch der Handel ist an Abwicklungen von Zahlungen mit Kreditkarten, EC-Karten und dem Mobile Payment interessiert, sonst würden nicht mittlerweile auch schon Kleinbeträge mit Karten oder dem Smartphone bezahlbar sein – was vor Jahren noch nicht der Fall war. Auch hier hat sich vielerorts das Denken verändert, hin zum bargeldlosen Zahlen und weg von der Vorgabe, dass erst Beträge ab 20 Euro oder 10 Euro mit Karte bezahlt werden können.