Papayer - Die Prepaid-Kreditkarte als Gesamt(Finanz)Kunstwerk

Kreditkarten haben sich bewährt. Schon seit Jahren. Dem Plastikgeld oder digitalen Zahlungswegen einen komplett neuen Anstrich verpassen zu wollen, wäre daher ein Ansinnen mit mäßigen Erfolgsaussichten. Neuerungen gleichen daher eher zarten Verzierungen, bei denen Service und Leistung angepasst werden, bis sich eine echte Innovation abzeichnet. Für das im Frühjahr 2013 gegründete Start-up Papayer haben Maximilian Tayenthal und Valetin Stalf ihr Wissen und eigene Erfahrungen in das Design einfließen lassen und gleichsam den Finger an den Puls der Zeit gelegt. Als Ergebnis präsentieren sie eine Prepaid Kreditkarte, die Jugendliche begeistern und Eltern beruhigen soll.

Coole Karte soll junge Kunden binden

Unsere Zielgruppe sind Jugendliche im Alter ab 13 Jahren“, erklärt Valentin Stalf in einem Interview mit t3n.de. Teens von einer Prepaid-Kreditkarte zu überzeugen, dürfte nicht sonderlich schwer sein. Eine gewisse finanzielle Unabhängigkeit hat schließlich immer ihren Reiz. Insbesondere wenn man bislang an der kurzen Leine des Bargelds gehalten wurde und sich dank der kleinen Plastikkarte völlig neue Wege öffnen. Diese Erkenntnis kursiert schon seit Jahren in Bankenkreisen, wurde aus Sicht der beiden Gründer aber nur mäßig umgesetzt. Sie monieren die verkrusteten Strukturen und überholten Online-Banking-Portale einiger Kreditinstitute. Damit seien auch die meisten Jugendlichen nicht zufrieden. Papayer geht daher den moderneren Weg und kombiniert die Kreditkarte mit dem Smartphone. Denn junge Menschen wachsen mit der Technik auf, und wenn sie „ein Produkt cool finden, dann benutzen sie es wahrscheinlich auch als Erwachsene weiter“. Das nennt man dann Kundenbindung und deckt sich vom Grundgedanken eins zu eins mit den Strategien der Banken.

App + Karte = Papayer

Doch worin unterscheidet sich die Papayer Prepaid Kreditkarte nun genau von der Konkurrenz? In erster Linie ist es die Verknüpfung einer Smartphone-Applikation – derzeit nur für das iPhone, später auch für andere Betriebssysteme erhältlich – mit der Karte. Nutzer müssen erst die App installieren, sich via Mobiltelefon registrieren und erhalten dann auf schnellstem Wege die personalisierte Kreditkarte aus dem Hause MasterCard. Mit dieser Karte können junge und ältere Kunden dann weltweit einkaufen, bestellen oder Geld abheben.

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App für Eltern: Mama und Papa are watching you

Das ist aber nur Schritt eins auf dem Weg zur innovativen Karte. Schritt zwei zielt auf die Übersicht. Mit der App haben Jugendliche die Möglichkeit, alle Transaktionen noch einmal einzusehen, um den Überblick über ihre Finanzen nicht zu verlieren. Damit reagieren Maximilian Tayenthal und Valetin Stalf auf einen eher traurigen Umstand: „Die meisten Teenager können mit elektronischem Geld nicht umgehen, bekommen mit 18 eine Kreditkarte und verschulden sich, da sie kein Gefühl für das Ausgeben von virtuellem Geld haben.“ Das Finanzmanagement via App, bei der jede Ausgabe mit einem Bild oder einer Notiz versehen kann, alleine würde daran vermutlich nur wenig ändern. Deshalb gibt es eine zweite Applikation für die Eltern. Sie können so quasi in Echtzeit verfolgen, ob der Nachwuchs sein Geld verprasst oder sinnvoll einsetzt – und entsprechend reagieren.

Sicherheit und Kosten der Papayer Prepaid Kreditkarte

Bleibt die Frage nach der Sicherheit. Papayer arbeitet dazu nach eigenen Angaben mit erfahrenen Partnern zusammen, allen voran MasterCard. Und auch die Applikation selbst trägt zu mehr Sicherheit bei. Sollte die Karte verloren gehen oder gestohlen worden sein, reicht ein Fingerzeig auf dem Display, um die Prepaid Kreditkarte sperren zu lassen. Einfacher und schneller lässt sich diese Maßnahme nicht realisieren.

Das Konzept kann in der Summe allerdings nur dann einen breiten Markt überzeugen, wenn auch die Kosten stimmen. „Unser Anspruch ist klar: Wir wollen Teenagern keine Abzock-Kreditkarte anbieten“, sagt Valentin Stalf. Und tatsächlich: Die Kosten sind durchaus überschaubar, auf der Internetseite derzeit aber nur in englischer Sprache gelistet. Hier die wichtigsten Eckdaten und zum Vergleich die Kosten anderer Prepaid Kreditkarten für Jugendliche ohne Bindung an ein Girokonto, die in diesem Jahr unter anderem von der Stiftung Warentest unter die Lupe genommen wurden:

  Papayer Landesbank Berlin LBB Visa Card Prepaid Hypovereinsbank Prepaid Unicredit Card Commerzbank Mastercard Prepaid
Mindestalter 13 12 12 14
Ausgabepreise 0,00 Euro 0,00 Euro 0,00 Euro 0,00 Euro
ab 18 Jahren 15,00 Euro
Grundgebühr 2,95 Euro/Monat 0,00 Euro 0,00 Euro 0,00 Euro
Jahrespreis 0,00 Euro 12,00 Euro
ab 18 Jahren 39,00 Euro
10,00 Euro
ab 18 Jahren 20,00 Euro
0,00 Euro
ab 18 Jahren 29,90 Euro
Bargeldverfügung am Automaten im Inland 0,99 Euro 5,00 Euro 5,00 Euro **) 1,95 %,
mindestens 5,98 Euro
Bargeldverfügung am Automaten im Ausland *) 1,99 Euro 0,00 Euro 5,00 Euro 1,95 %,
mindestens 5,98 Euro
Gebühr für den Einsatz außer des Euroraums 2,0 % + 0,90 Euro 1,75 % 1,75 % 1,50 %
Ersatzkarte 9,99 Euro 10,00 Euro 10,00 Euro 12,50 Euro
Einzahlung per Kreditkarte 2,0 %,
mindestens 0,90 Euro
     
Einzahlung per Überweisung 0,00 Euro   0,00 Euro
ab 18 Jahren1,00 Euro je Aufladevorgang
 
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*) Je nach Land gegebenenfalls plus die Gebühr für den Einsatz außerhalb des Euroraums.
**) Kostenlos an Automaten der UniCredit

Rechnet man die monatliche Gebühr in Höhe von 2,95 Euro für die Papayer-Karte und -App aufs Jahr hoch, ergibt sich ein Preis von 35,40 Euro. Damit siedelt sich das Startup nicht gerade bei den günstigsten Angeboten an. In Anbetracht des Mehrwertes durch die Applikationen für Nutzer und Eltern ist das Preisleistungsverhältnis jedoch durchaus angemessen. Zudem gibt es keine langfristige Bindung, sondern kann jederzeit gekündigt werden. Allerdings kostet es Geld, das Guthaben wieder auszahlen zu lasen. Von daher rät Papayer, das Geld erst auszugeben und dann zu kündigen. Von versteckten Kosten kann bei dem Angebot jedenfalls nicht die Rede sein. Die Gebühren für Bargeldverfügungen und den Karteneinsatz im Ausland sind ebenfalls durchaus marktüblich.

Fazit: Gelungene Liaison

Papayer beschreitet einen neuen Weg mit klar definierter Zielgruppe. Das Konzept ist stimmig und dürfte vor allem jene Eltern ansprechen, die ansonsten Sorge haben, dass der Nachwuchs es mit der Karte womöglich richtig krachen lässt. In dem Fall würde die Standpauke bei Papayer auf dem Fuße folgen, da sich Mutter und Vater per Push-Benachrichtigung über neue Transaktionen der Kinder informieren lassen können. Man hat sich zudem Gedanken um die Sicherheit gemacht und ein Kostenmodell entwickelt, das den Geldbeutel der Jugend nicht allzu sehr schmälert. Unter dem Strich: Daumen hoch für die moderne Liaison von Kreditkarte und Smartphone.

weiterführend – der große Kreditkarte.net Kreditkarten Test

testsiegerWas es bei der Auswahl der richtigen Kreditkarte zu beachten gilt und welche Kreditkarten von uns empfohlen werden, finden Sie in unserem Prepaid-Kreditkarten Test.