Fiat-Geld

Geld, welches durch reale Vermögenswerte nicht komplett bzw. gar nicht juristisch gedeckelt werden kann, bezeichnet man als Fiat-Geld. Es kann als Tauschmittel dienen, ist jedoch ein Objekt ohne jeglichen intrinsischen Wert. Mehr oder weniger kann man es als »stoffwertloses Geld« (Finanzlexikon) bezeichnen, welches durch Gold oder andere Rohstoffe nicht gedeckelt werden kann. Fiat-Geld hat nicht den entsprechenden Eigenwert, der dem Nennwert des Geldes entspricht. Ganz im Gegenteil zu Kurantmünzen oder Warengeld wie Reis, Tabak, Gold, Silber etc.

Fiat-Geld könnte man nachsagen, dass es aus dem »Nichts« kommt, auch wenn es wirtschaftlich durch ein Leistungs- und Warenangebot gedeckt sein kann, selbst wenn die juristische Deckung fehlt.

Die Schaffung von Fiat-Geld ist nur so lange möglich wie diesem emittierten Geld durch seine am Markt beteiligten Akteure ein Wert beigemessen wird.

Info

Beispiel aus der Geschichte: Während der chinesischen Yuan-Dynastie im 13. Jahrhundert wurde die erste  Fiat-Geld-Währung weltweit geschaffen. Grund war die Abschaffung der Golddeckung des Papiergeldes aus der Song Zeit.  

Als Fiat-Geld bezeichnet man demnach auch das heutige von der Zentralbank ausgegebene Geld wie Euro oder Dollar. Im Grunde wird es aus dem »Nichts« geschöpft, ist aber gleichzeitig das einzige gesetzliche Zahlungsmittel in den entsprechenden Währungsräumen.

Karl-Heinz Brodbeck, Wirtschaftsphilosoph, erklärt den Begriff und geschichtlichen Entstehungshintergrund von Fiat-Geld.

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