Die Kostenfallen „kostenloser Kreditkarten“

Ganz so gebührenfrei wie häufig versprochen sind „kostenlose Kreditkarten“ nicht. Wir nennen die 5 wichtigsten Punkte, auf welche Kreditkarteninhaber achten sollten.

1: Kosten für Bargeldabhebungen

Vielen Kunden zeigen sich überrascht, sobald sie in ihrer Kreditkartenabrechnung plötzlich horrende Gebühren für Abhebungen ab Geldautomaten wiederfinden. Im Test verlangten einige Banken bis zu 4,00% des Abhebungsbetrags als Gebühr, mindestens sogar 5,95 Euro. Wer mit einer solchen Karte mehrfach im Monat Bargeld am Automaten bezieht, muss tief in die Tasche greifen.

Empfehlenswert sind Kreditkarten, bei denen der Bargeldbezug via Bankautomat entweder generell oder zumindest für eine begrenzte Anzahl von Abhebungen kostenfrei bleibt. Beispiele sind die Barclaycard New Visa mit 0,00 Euro bei Bargeldabhebungen an Automaten mit VISA-Kennzeichen oder die Wüstenrot Visa Card mit 24 kostenlosen Abhebevorgängen pro Kalenderjahr. Wer hingegen seine (Zweit-)Kreditkarte nur für bargeldlose Zahlungen einsetzen will, kann diese Entgelte anderen Aspekten unterordnen.

2: Überweisungen vom Kreditkartenkonto

Einige Finanzinstitute bieten den Service, Geld vom eigenen Kreditkartenkonto auf ein anderes Karten- oder Girokonto zu transferieren. Kunden sollten aber genau überlegen, ob sie dieses Angebot annehmen wollen. Jedes Angebot im Test war nämlich kostenpflichtig und teuer. So verlangte Barclaycard für entsprechende Transferleistungen jeweils 7,50 Euro pro Vorgang. Bei der ICS World Card lag der Betrag bei 2,50 Euro. Wir empfehlen für Überweisungen das persönliche Girokonto. Dort sind sie in der Regel kostenlos.

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3: Sollzinsen

Kunden sollten skeptisch sein, wenn ihre Kreditkarte umfassend gebührenfrei ist. Ganz selbstlos sind Kreditkartenanbieter nämlich nicht. Meist lohnt der Blick auf die Zinsen der Kreditkarte. Dort finden sich die Zinsen, die der Kreditkarteninhaber bei Inanspruchnahme der Teilzahlungsfunktion oder verspätetem Kontoausgleich zahlen muss – und diese sind ohne Ausnahme hoch. Im Test lag der niedrigste Sollzins bei 10,39% (Santander SunnyCard), der teuerste Anbieter verlangte 18,36% pro Jahr (Advanzia Bank MasterCard Gold). Die effektiven Jahreszinsen lagen sogar noch höher.

Umgehen lassen sich diese Kostenfallen durch verschiedene Maßnahmen: Beispielsweise kann der Kreditkarteninhaber bei einigen Banken ein Lastschriftverfahren einrichten, sodass der Kontoausgleich automatisch vollzogen wird. Andere Anbieter rechnen ebenfalls umgehend vom zugehörigen Girokonto ab. Ideal sind außerdem Angebote, die sich im Guthaben führen lassen. Immer empfehlenswert: Regelmäßig die Kontostände prüfen!

4: Ersatzkarten 

Die Kreditkarte kommt gebührenfrei für 0,00 Euro, die Partnerkarte mitunter ebenfalls. Wird eine der Karten aber verloren, verlangen die Finanzinstitute für den Ersatz oft teure Gebühren. Im Test schwankte der Preis für Ersatzkarten zwischen 6 und 15 Euro je Kreditkarte. Demzufolge gilt: Besser gut auf die Karte aufpassen.

5: Fremdwährungsentgelte

Wird in einer fremden Währung gezahlt oder Bargeld abgehoben, zahlt der Kreditkartenbesitzer üblicherweise einen pauschalen Prozentsatz als Fremdwährungsentgelt. Kurzum: Alles, was nicht in Euro bezahlt wird, kostet extra. Die Prozentangabe lag im Test bei 1,50 bis 2,00% des Betrags. Lediglich Cortal Consors sowie die Advanzia Bank verzichten auf diesen Kostenfaktor.

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